Sonntag25. Januar 2026

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Die nützlichen Quälgeister

Die nützlichen Quälgeister
(dpa)

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Wer kennt es nicht? Das Grillfleisch ist fertig, der Tisch gedeckt und eigentlich ist alles perfekt, um den Sommerabend zu genießen. Wären da nicht die schwarz-gelb gestreiften Quälgeister...

Gerade in diesem Jahr dürfte die Wespe ein großes Ärgernis für all jene darstellen, die ihre Freizeit gerne im Garten oder im Grünen verbringen. Denn die guten Bedingungen in diesem Frühjahr, die milden Temperaturen, geringe Niederschläge und das hohe vorkommen von Beutetieren ermöglichte es vielen Königinnen, neue Völker zu gründen. Diese zeigen sich nun zum Sommer hin in ihrer vollen Größe auf etlichen Grill- und Gartenpartys.

Dabei scheinen die Wespen in diesem Jahr etwas früh dran zu sein. War es doch in den vergangenen Jahren meist so, dass der Spätsommer zur Zeit der „Schueberfouer“ die Hauptzeit der Wespen war, treten sie bereits jetzt in enorm hoher Zahl auf.

Arbeitslose Wespen

Es bleibe abzuwarten, ob die Populationen noch weiter steigen, oder ob der Schein gar trügt, so Lea Bonblet vom „Haus vun der Natur“. Möglich wäre, dass es durch die gute Entwicklung zu einer frühen Ausbildung von Männchen und Jungköniginnen gekommen ist, weshalb die Arbeiterinnen ihre Aufgabe, die Larvenzucht, bereits beendet haben. Sie sind quasi „arbeitslos“. So suchen sie sich andere Beschäftigungen, oftmals in Menschennähe.

Doch auch wenn sie nervig sind und ein Stich sicherlich Schmerzen bereitet, sind Wespen zumindest für Menschen ohne Allergie ungefährlich. Nur bei Speisen und Getränken sollte man sehr aufmerksam sein. Das Verschlucken des Insektes und ein daraus folgender Stich in die Speiseröhre führt zum Anschwellen derselben. Die Luftröhre kann blockiert werden und das Opfer droht zu ersticken. Sollte dieser Fall tatsächlich auftreten, gilt es sofort einen Arzt aufzusuchen. Das negative Image der Wespen ist somit zumindest ein klein wenig nachvollziehbar.

Nützlich für die Umwelt

Unverzichtbar für unsere Ökosysteme sind sie dennoch. Zum einen ernähren sich die Arbeiterinnen bei ihrem Beutezug nach Insekten von Nektar, womit sie einen erheblichen Beitrag zur Bestäubung der Pflanzen beitragen. Zum anderen sind die getöteten Insekten oftmals weitaus schädlicher als die Wespe selbst. Denn auf dem Speiseplan der Wespenlarven stehen Mücken, Fliegen und Raupen, die hauptverantwortlich für Schäden an Zier- und Nutzpflanzen sind.
Somit schützen die Wespen, die Farbenpracht der Natur, ohne die der Sommerabend im Garten wohl nicht derselbe wäre.

Aus diesem Grund ist es ratsam, Geduld zu zeigen. Nur bei direkter Gefahr (durch Allergien) sollte man über eine professionelle Umsiedelung durch Kammerjäger oder gegebenenfalls auch die örtliche Feuerwehr nachdenken. Vom Abtöten der Tiere ist aufgrund ihrer wichtigen Funktion im Ökosystem abzuraten.

Es gilt also, Geduld und Toleranz mit den kleinen Quälgeistern zu zeigen. Denn wenn man ruhig bleibt und die Tiere ebenfalls in Ruhe lässt, werden sie zwar immer noch nerven, aber sicher nicht stechen.