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Aufregung um Flieger-Transfer nach Mailand

Aufregung um Flieger-Transfer nach Mailand

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LUXEMBURG - Cargolux stellt ab September der italienischen Tochter Cargolux Italia eine zweite Maschine zur Verfügung. Der LCGB befürchtet Outsourcing. Die Firma will kostengünstiger produzieren.

Im Dezember 2008 gründete Cargolux in Italien ein Tochterunternehmen, Cargolux Italia. Die Luxemburger Luftfrachterfirma ist mit 90 Prozent der Anteile dabei. Der Grund für diesen Schritt: Frachtaufträge von Mailand nach Osaka, Hongkong und Dubai. Nur mit einer italienischen Fluglizenz ließen sich diese Flüge außerhalb des europäischen Raums bewerkstelligen, hieß es damals. Der Tochter stellte das Mutterhaus eine Boeing 747-400F zur Verfügung.

Das Flugpersonal wurde 2013 nach italienischem Arbeitsrecht eingestellt. Zwar seien die Einstiegsgehälter niedriger als in Luxemburg, doch unterm Strich erreiche der Verdienst wohl die im Luxemburger Kollektivvertrag vorgesehene Höhe, so am Dienstag Aloyse Kapweiler vom LCGB. Über gesicherte Informationen verfügte der Gewerkschafter jedoch nicht.

Die Entscheidung zur Gründung der Cargolux Italia hatte die Gewerkschaft noch mitgetragen, so Kapweiler. Doch heute blickt er besorgt auf die weiteren Cargolux-Pläne für die italienische Filiale. Die soll nämlich im September eine zweite Maschine von Cargolux Luxemburg bekommen. Warum diese Aufträge nicht von Cargolux-Luxemburg ausführen lassen, fragt man sich beim LCGB. Die Gründe, die 2008 zur Schaffung des italienischen Ablegers führten, bestünden nicht mehr, behauptet Kapweiler. Hinzukommt, dass Cargolux Italia in fünf von sechs Jahren Defizite einfuhr. Die Rentabilität soll mit einer zweiten Maschine verbessert werden, habe man den Gewerkschaftern gesagt. Doch so ganz überzeugen konnte das Unternehmen nicht.

Billiger produzieren

Cargolux-Generaldirektor Dirk Reich bestätigte am Dienstag gegenüber Tageblatt.lu die Bereitstellung einer zweiten Maschine für die italienische Tochter. Hintergründe seien erstens die Strategie des Unternehmens, die Produktionskosten zu reduzieren und zweitens Flugrechte, die man in Luxemburg nicht habe.

Reich sieht die aktuellen Aussagen der Gewerkschaft im Zusammenhang mit den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen. Diese und andere Fragen möchte man jedoch harmonisch mit den Gewerkschaften erörtern und lösen, so Reich. Cargolux Italia sei seit Monaten Gesprächsthema in der Firma, betont er.

Cargolux muss in einem hart umkämpften Markt operieren. Die weltweiten Frachtkapazitäten stiegen weiterhin schneller an als die Nachfrage, was einen Rückgang der Erträge und der Auslastung zur Folge habe, hieß es seitens der Gesellschaft nach ihrer Jahreshauptversammlung Ende April. Daher die Bemühungen die Produktionskosten zu senken, u.a. durch eine Reduzierung der Personalkosten. Die Firma spricht von einer Überlebensfrage.

Der LCGB befürchtet nun ein schleichendes Outsourcing über Cargolux Italia. Der Verlegung von Maschinen könnte bald auch die Auslagerung von Wartungsarbeiten folgen. Unklar ist die Haltung der Regierung in dieser Frage, meint Kapweiler. Ein dem Transportminister bereits am 28. Mai zugestelltes Schreiben blieb bisher unbeantwortet.

40 Mitarbeiter

Die in Vizzola Ticino nahe des Mailänder Flughafens Malpensa angesiedelte Cargolux Italia fliegt derzeit Dubai, Hongkong, Osaka, Almaty, Sao Paulo und Luxemburg an, so die Gesellschaft auf ihrer Webseite. Sie beschäftigt derzeit 40 Personen.

Mit der Gründung von Cargolux Italia wollte Luxemburgs Frachtgesellschaft in eine Lücke springen, die die marode Alitalia aufgerissen hatte.