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Lücken im Lehrstoff

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57 % der Lehreranwärter haben das Staatsexamen nicht geschafft. Problematisch war für Absolventen ausländischer Schulen eine Prüfung über Unterrichtsziele in der Luxemburger Grundschule.

336 Kandidaten und Kandidatinnen hatten im Juni an den schriftlichen Prüfungen zum Lehramt in Luxemburg teilgenommen. 191 sollten das Examen nicht schaffen. Solch eine hohe Misserfolgsquote habe es schon lange nicht mehr gegeben, so das Unterrichtsministerium damals.

Am Examen nahmen sowohl Absolventen der Uni Lëtzebuerg als auch ausländischer pädagogischer Hochschulen teil. Vor allem Anwärter mit ausländischem Diplom soll es bei den Prüfungen kalt erwischt haben. Probleme hat es vor allem bei der schriftlichen Arbeit über Unterrichtsziele in der Luxemburger Grundschule gegeben. Diese Prüfung beziehe sich vor allem auf Dokumente des Luxemburger Erziehungsministeriums, so die CSV-Abgeordnete Françoise Hetto-Gaasch in einer parlamentarischen Anfrage. Und dieser Stoff werde an ausländischen Schulen nicht gelehrt.

29 Prozent scheiterten an einer einzigen Prüfung

Tatsächlich schafften 56 von 191 Kandidaten (29 Prozent) das Staatsexamen wegen dieser einen Prüfung nicht. 45 von ihnen hatten im Ausland studiert. Das geht nun aus der Antwort von Schulminister Claude Meisch (DP) hervor. Dieser Anteil wäre noch höher ausgefallen, wäre es 35 Kandidaten nicht gelungen, das schlechte Ergebnis bei dieser Arbeit durch gute Noten bei den anderen Prüfungen zu kompensieren. Von diesen 35 hatten 19 ihren Abschluss an der Uni Luxemburg gemacht.

Das schlechte Examenergebnis wirkt sich auf die Besetzung der freien Lehrerstellen in der Grundschule aus. Lediglich 121 der 155 offenen Stellen in der Grundschule würden wohl mit Lehrern besetzt, so Hetto-Gaasch. Tatsächlich sind für das Schuljahr 2014/2015 20 Posten im Zyklus 1 (Früherziehung und Spielschule) und 155 Posten für die Zyklen 2-4 der Grundschule zu besetzen. Laut Schulminister Meisch würden die offenen Stellen durch Lehrbeauftragte oder Ersatzlehrer besetzt, betont er.

Eine schnelle Reform des Examens will Meisch nicht durchziehen. Derzeit spricht er noch von einer eingehenden Analyse der Examensergebnisse 2014.