Montag26. Januar 2026

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Die Müdigkeit fährt mit

Die Müdigkeit fährt mit
(dpa/Symbolbild)

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Ein "Sekundenschlaf" war wohl die Ursache für den Busunfall mit sechs Verletzten am Samstagmorgen in Luxemburg-Stadt. Das Problem ist in der Branche nicht unbekannt.

Ungebremst prallt ein Bus am Samstagmorgen an der Haltestelle «Rousegäertchen» in das Heck eines weiteren Busses. Die Wucht des Aufpralls war enorm. Im Unfallbus werden drei Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Busfahrer musste mit technischen Hilfsmitteln aus seiner völlig demolierten Fahrerkabine befreit werden. Hinter vorgehaltener Hand heißt es, der Busfahrer sei wohl eingeschlafen. Offiziell ist noch nichts bestätigt.

Sogenannte Tagesmüdigkeit unter Busfahrern ist ein offenes Geheimnis. Schlafmangel, schlechter Schlaf, Nachtfahrten und Monotonie bei der Fahrt zählen zu den Risikofaktoren, die Ermüdungserscheinungen oder einen Sekundenschlaf hinter dem Lenkrad hervorrufen.

Unterschiedliche Regelungen

Äußerlich erkennt man, welcher Bus von welcher Firma oder Syndikat im Einsatz ist. Hinter den Logos der Busse gibt es aber deutliche Unterschiede bei den Arbeitsbedingungen und Gehältern unter den Chauffeuren. Die branchenüblichen Arbeitszeitregelungen klappen wie eine Schere weit auseinander.

Die Tagesschicht bei einem städtischen Busfahrer beträgt acht bis maximal neun Stunden. Im privaten Bereich kann der Dienst auch gerne mal zwölf Stunden dauern. «Besonders bei Privatunternehmen hören wir immer wieder von Problem mit den Überstunden,» erklärt am Montag Romain Daubenfeld von der Transportgewerkschaft ACAL gegenüber Tageblatt.lu.

«Zeitliche Lücken»

Die Konsequenzen der hohen Arbeitsbelastung wirken sich unter anderem auf die Sicherheit aus. «Es ist natürlich untragbar, wenn Busfahrer mehr als acht Stunden hinter dem Steuer sitzen,» moniert der Gewerkschaftler. Es liege laut Daubenfeld aber nicht nur an den Überstunden. Auf vielen Linien gebe es auch lange Pausen zwischen den Fahrten. Die Rede ist von «zeitlichen Lücken». Diese müssten effizienter gestaltet werden.

«Uns wäre schon geholfen wenn die einzelnen Syndikate wie TICE, AVL oder CFL sich da besser absprechen oder überhaubt darüber sprechen würden,» sagt Daubenfeld. Entsprechende Arbeitsgruppen hätten kaum etwas erreicht. «In der Realität und auf den täglichen Fahrten auf der Straße sieht es leider anders aus,» so Daubenfeld.