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Livia ist zurück in Trier

Livia ist zurück in Trier

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Livia, Ehefrau von Kaiser Augustus (31 v. Chr. bis 14. n. Chr.), ist zurück in Trier. Am Dienstag wurde der Marmorkopf enthüllt. Er lag über 300 Jahre lang zur Hälfte in Luxemburg und in Trier.

Trier hat am Dienstag seinen 2030. Geburtstag gefeiert. Und gab sich dabei ein besonderes Geschenk: Das vollständige Portrait der Livia, Ehefrau von Kaiser Augustus (31 v. Chr. bis 14. n. Chr.), Gründer der ältesten Stadt auf deutschem Boden.

Logo" class="infobox_img" />Jean Krier, Ehrenkonservator des MNHA.

Die 40 Zentimeter große Büste wurde am Dienstag enthüllt. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser kleinen Sensation lieferte ein Luxemburger, Jean Krier, Ehrenkonservator des Luxemburger Geschichts- und Kunstmuseums.

Der Marmorkopf, einst Teil einer drei Meter hohen Statue, hat eine außergewöhnliche Geschichte. Mehr als 330 Jahre befand sich die eine Hälfte in Luxemburg, die andere lag in Trier. Wie die linke Hälfte des Kopfes nach Luxemburg gelangte, weiß man nicht. Man ging bisher davon aus, dass ein Sammler im 17. Jahrhundert das Stück aus Italien nach Luxemburg brachte. Tatsächlich war es zwischen 1685 und 1887 in der Fassade des ehemaligen Justizpalastes eingebaut. 1887 wurde der Kopf Teil der Museumskollektion, sagt Krier.

Römische First Lady

Wen die Unbekannte darstellt, wusste man bis 1976 nicht. Der Durchbruch gelang dank einer 1975 veröffentlichen Studie. Anhand der Frisur wurde der Frauenkopf als Livia Drusilla, dritte Ehefrau des großen römischen Kaisers, identifiziert. Die damalige römische First Lady lebte von 58 v. Chr. bis 29 n. Chr.

Doch wo war die andere Hälfte des wertvollen Stücks? 2009 nahm Jean Krier an einem wissenschaftlichen Vortrag teil. Dabei wurden auch Fotos von Fundstücken gezeigt, die Ausgrabungen 1986 bei der Abtei St. Maximin ans Tageslicht gebracht hatten, darunter auch der Teil eines Frauenkopfes, der im Trierer Dommuseum aufbewahrt wird. Die Idee, dass das Luxemburger Teilstück zu diesem Trierer Fund gehören könnte, war ihm damals sofort gekommen, so Krier im Gespräch mit Tageblatt.lu. Erst im März dieses Jahres sollte er sich davon überzeugen können. Beide Teile passten. Seitdem hat die Kaisergattin Livia ihr wahres Gesicht zurückbekommen.

In Zukunft werden die Besucher des Dom-Museums in Trier und des Luxemburger Geschichtsmuseums Livia bewundert können, wo das jeweilige Original und die Kopie des anderen Teilstücks zu sehen sein werden. Das Landesmuseum Rheinland-Pfalz in Trier stellte eine Kopie der fehlenden Stücke her. Einen Abguß des Trierer Originals brachte Jean Krier am Dienstag von Trier nach Luxemburg.