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Die Reichen wurden noch reicher

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Das Armutsrisiko in Luxemburg ist gewachsen. Gleichzeitig vertieft sich der Graben zwischen Arm und Reich. Während die Kapitalerträge um 11,5 Prozent zunahmen, stagnierte die Kaufkraft aus Arbeitseinkünften.

Auf 15,9 Prozent ist das Armutsrisiko in Luxemburg im vergangenen Jahr gestiegen. Im Vorjahr waren es 15,1 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Statec-Bericht «Beschäftigung und sozialer Zusammenhalt» hervor. Er wurde am Montag vorgestellt.

Das Armutsrisiko spiegelt die materielle unsichere Situation der Haushalte wieder.
Genauere Vorstellungen über die Armut in Luxemburg gibt jener Indikator, der die tatsächlichen materiellen Entbehrungen misst. Gefragt wurden die Haushalte unter anderem, ob sie die Miete oder die Darlehensrate für das Haus bezahlen, die Heizkosten tragen, dreimal wöchentlich Fleisch oder Fisch essen, unerwartete Ausgaben finanzieren, sich ein Auto, eine Waschmaschine oder einen Farbfernseher leisten können. Wer mehrere dieser Fragen verneinte, gilt als tatsächlich arm. 2013 befanden sich 1,8 Prozent der Haushalte in einer Situation materieller Entbehrung. 2012 waren es 1,3 Prozent.

Aus den Statec-Angaben geht hervor, dass der Graben zwischen weniger gut bemittelten Haushalten und Gutverdienern weiter steigt. Dies ist auf den unterschiedlich hohen Anteil an Kapitalerträgen bei den Gesamteinnahmen des Haushaltes zurückführen. Bei den zehn Prozent reichsten Haushalten des Landes stellte diese Einkommensform 9,8 Prozent des Einkommens dar, bei den zehn Prozent ärmsten waren es 1,3 Prozent. Da die Erträge aus Kapitalanlagen im Vergleich zum Arbeitseinkommen wesentlich stärker stiegen, wuchs des Einkommen dieser Haushalte verhältnismäßig stärker als das der anderen. So stiegen die Kapitalerträge innerhalb eines Jahres um 11,9 Prozent.

Weit weniger spektakulär als die Kapitalerträge entwickelte sich das Arbeitseinkommen. Bei den Durchschnittsverdienern stagnierte zwischen 2009 und 2013 die Kaufkraft. Verglichen mit 2009 fiel das mediane Einkommen, bezogen auf dessen Kaufkraft, im Jahr 2012 sogar um 5 Prozent.