Besonders betroffen durch die Starkregenfälle war die griechische Region Attika, in der auch die Hauptstadt Athen liegt, wie der nationale Wetterdienst mitteilte. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.
Über die Gemeinde Acharnes in Attika wurde am Samstag der Ausnahmezustand verhängt. Im Stadtzentrum gab es schwere Beschädigungen. Mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen und anderweitig unterkommen. In Attika rückte die Feuerwehr zu mehr als 850 Einsätzen aus. Zugverbindungen waren unterbrochen, zahlreiche Schiffe im Hafen von Piräus liefen nicht aus. Auch in der zweitgrößten Stadt Thessaloniki gab es Zwischenfälle durch starke Winde. Bäume und Strommasten stürzten um, etwa 300 Autos wurden in den Wassermassen weggespült. Zeitweise fiel der Strom aus.
Auch viele Inseln waren betroffen, insbesondere Rhodos im Süden. «Es war, als würde das Meer die Stadt überfluten», sagte der Bürgermeister der nahe Athen gelegenen Stadt Peristeri, Andreas Pachatouridis, der Nachrichtenagentur Ana. Der Leiter der Zivilschutzbehörde, Seraphim Tsokas, stellte eine Schadensliste bis Montagabend in Aussicht.
Ministerpräsident Antonis Samaras versprach den Betroffenen Entschädigungen. Bei einem Besuch in einer Feuerwehrkaserne im Norden Athens sprach er sich dafür aus, Vorsichtsmaßnahmen gegen die in der Region immer wieder auftretenden Überschwemmungen zu ergreifen. Die oppositionelle Linksallianz Syriza warf Samaras vor, in Erwartung vorgezogener Parlamentswahlen das Unglück der Menschen zu politischen Zwecken ausnutzen zu wollen. Die Kommunistische Partei (KKE) kritisierte das «Gerede über extreme Klimabedingungen». Damit wollten die Verantwortlichen lediglich darüber hinwegtäuschen, dass sie jahrelang nichts unternommen hätten, um für derartige Naturkatastrophen gewappnet zu sein.
Der Norden Griechenlands wurde überdies am Samstag von einem Erdbeben der Stärke 5,2 erschüttert. Wie die nationale Erdbebenwarte mitteilte, lag das Epizentrum 20 Kilometer von der Stadt Arta entfernt. Angaben über Opfer oder größere Schäden lagen am Wochenende nicht vor.
Frau ertrinkt in Burgas
Schwere Unwetter sind am Wochenende auch über Bulgarien hinweggezogen. Bei starken Überschwemmungen infolge sintflutartiger Regenfälle ertrank in der ostbulgarischen Stadt Burgas eine Frau, wie der Zivilschutz am Sonntag mitteilte. Im Norden des Landes sorgten Schneestürme für Verkehrschaos und Stromausfälle. In den südöstlichen Regionen Burgas, Haskovo und Banite wurde wegen der Überschwemmungen am Samstag der Notstand ausgerufen.
Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden, zudem kam der Verkehr zum Erliegen. In rund 40.000 Haushalten fiel der Strom aus, einige waren zudem von der Wasserversorgung abgeschnitten. Auch im Norden Bulgariens kam es infolge von Schneestürmen zu chaotischen Szenen auf den Straßen. In der Region von Gabrovo und Sevlievo wurde ebenfalls der Notstand ausgerufen.
Zahlreiche Autofahrer wurden von dem plötzlichen Kälteeinbruch überrascht. Umgestürzte Bäume und Lastwagen blockierten am Samstag für mehrere Stunden die Autobahn zwischen der Hauptstadt Sofia und dem Osten des Landes. Straßen wurden gesperrt, in Dutzenden Dörfern fiel der Strom aus.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können