Abdeslam Ouaddou war marrokanischer Fußballnationalspieler und ein gestandener Erstligaprofi als er 2010 nach Katar wechselte. Im ersten Jahr bei seinem neuen Verein SC Lekhwiya lief alles nach Maß. Der Innenverteidiger wurde auf Anhieb Meister. Nach der Sommerpause begann jedoch sein Albtraum.
Ohne Gründe wurde Ouaddou zu einem anderen katarischen Erstligisten abgeschoben. Ohne Wechselgenehmigung und Vertrag. Beim SC Qatar begann dann ein neuer Albtraum. Der Klub zahlte sein Gehalt und die Wohnung irgendwann nicht mehr. Außerdem durfte der Marrokaner mit französischem Pass nicht mehr aus dem Emirat ausreisen.
Um auf dieses Schicksal und die katastrophalen Arbeitsbedingungen im Wüstenstaat aufmerksam zu machen, hatte der OGBL den in Jarville aufgewachsenen Verteidiger nach Esch eingeladen. «Ich war Opfer dieses Systems und möchte andere Menschen davor bewahren in die selbe Situation wie ich zu gelangen.», erklärte Ouaddou am Montag. Dabei betonte er immer wieder, dass er sich im Emirat wie ein Sklave behandelt fühlte.
In Katar laufen derzeit die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft 2022 auf Hochtouren. Jährlich sterben nach übereinstimmenden Berichten rund 400 Gastarbeiter durch die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen und Arbeitsbedingungen vor Ort. In den nächsten Jahren sollen weitere hunderttausende Gastarbeiter nach Katar gelockt werden, um den Wüstenstaat weiter auszubauen. An den Bedingungen hat sich jedoch noch nichts geändert.
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