Die Nachricht über eine unbeabsichtigte Verunreinigung des Stauseewassers mit dem Herbizid Metazachlor im Oktober und die schlechten Analyseergebnisse bei einzelnen Stichproben von Quellwasser hatten die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Die Regierung sprach von einer tickenden Zeitbombe, deren Existenz seit längerem bekannt war.
Entschärft wurde das gefährliche Objekt bisher nicht. Dennoch hat sich die Situation in den letzten Wochen entspannt. Die Belastung des Stauseewassers mit Pestiziden ist in der Zwischenzeit weit unter dem EU-Grenzwert von 100 Nanogramm gesunken, hieß es am Dienstag.
Die schlechte Nachricht: Das Grundwasser an etlichen Entnahmepunkten bleibt nach wie vor belastet. Das ergaben zusätzliche Wasserproben, die die Umweltverwaltung zwischen dem 9. und 17. Oktober durchführte. Mehreren Wassersyndikaten und Gemeinden wurde eine Ausnahmegenehmigung für eine Heraufsetzung der Grenzwerte auf 3000 Nanogramm erteilt. Die Genehmigung ist auf drei Jahre befristet.
100 Nanogramm
Den Behörden zufolge bleibt der Konsum des Trinkwassers weiterhin unbedenklich, hieß es am Dienstag auf einer Pressekonferenz von Umweltministerin Carole Dieschbourg, Staatssekretär Camille Gira und Dr. Luc Zwank, stellvertretender Direktor des Wasserwirtschaftsamtes. Der Grenzwert von 100 Nanogramm/Liter(Milliardstel Gramm) trage keinesfalls einer toxikologischen Überlegung Rechnung. Er sei vielmehr der kleinste Wert gewesen, den die alten Meßgeräte eindeutig feststellen konnten.
Von der Ausnahmegenehmigung betroffen sind die Gemeinden des SES: Bascharage, Bettemburg, Bertrange, Differdingen, Dippach, Düdelingen, Esch- Alzette, Frisange, Garnich, Kayl, Kehlen, Koerich, Leudelingen, Mamer, Monnerich, Petingen, Reckange-sur-Mess, Roeser, Rümelingen, Sanem, Schifflingen, Septfontaines und Steinfort; die Gemeinden des Wassersyndikats Remich: Bous, Dalheim, Remich, Stadtbredimus und Waldbredimus. Die anderen betroffenen Gemeinden sind: Bech, Beaufort, Grevenmacher/Manternach, Lintgen, Nommern, Préizerdaul, Reisdorf, Waldbillig, Vallée de l’Ernz und Weiler-la-Tour.
In den betroffenen Gemeinden wurde die Entnahme an einzelnen Quellen gestoppt oder aber das Wasser wird verstärkt mit anderem Wasser vermischt. Zu den mittelfristigen Wasserschutzmaßnahmen nannte Staatssekretär Gira am Dienstag die Ausweisung weiterer Wasserschutzzonen. Drei sind bereits ausgewiesen, zehn weitere sollen in Bälde folgen.
In einem nationalen Aktionsplan Pestizide soll festgeschrieben, wie eine Verschmutzung in den Schutzzonen wirksam verhindert werden kann. Ausgearbeitet wird der Plan vom Nachhaltigkeits- und vom Agrarministerium.
Zu Demaart
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