Jeden Tag die gleiche Meldung: «Einbrecherjagd in Luxemburg«, «Langfinger schlagen elf Mal zu» oder «Einbruchserie hält an«. Auch am Donnerstagmorgen berichtet die Polizei von 12 Einbrüchen im Zeitraum von 7. bis zum 12. November quer durch Luxemburg. Das subjektive Gefühl, es werde mehr eingebrochen, wird von konkreten Polizeizahlen bestätigt. Tatsächlich verzeichnet Luxemburg eine Zunahme der Einbrüche um mehr als 30 Prozent gegenüber 2013, so die Polizei in einer Mitteilung am Donnerstagmorgen.
Infowoche
Bis zum Samstag, 15. November läuft die Präventionswoche der Polizei im Einkaufszentrum Belle Etoile. Dort können sich Besucher am Infostand der Polizei über technische Schutzvorkehrungen wie Alarmanlagen oder Sicherheitstüren informieren.
Prävention
Der nationale Präventionsdienst der Polizei berät, wie man sein Zuhause am besten schützen kann. Mehr Informationen dazu können bei Guy Holcher oder Marc Ragnacci unter der Nummer 4997 2333 oder auf der Webseite der Polizei beantwortet werden.
In den ersten drei Trimester 2014 gab es in Luxemburg 3.010 Einbruchsdelikte (davon 41 Prozent Versuche). Im gleichen Zeitraum 2013 waren es 2.356 Fälle. Bis zum 2. November 2014 wurden 3.446 Einbruchsdelikte (inklusive Versuche) registriert. Die Polizei stellt dabei fest, dass die drastische Zunahme der Delikte in gleichem Maße in unseren Nachbarländern zu verzeichnen ist.
Lediglich 195 Fälle konnten 2014 aufgeklärt werden. 236 Täter wurden ermittelt. Meist handelt es sich um Wiederholungstäter.
Neue Priorität
Etienne Schneider, Minister für die innere Sicherheit, erklärt die Bekämpfung der ansteigenden Einbruchskriminalität ab sofort zur Priorität. Der Minister verlangt, dass die Polizei ihre Maßnahmen der aktuellen Lage anpassen. Somit tritt nun ein neuer Plan der Polizei in Kraft, der drei Hauptstrategien vorsieht: Kontrollen und Präsenz im öffentlichen Raum, Präventionsarbeit und Aufruf der Bevölkerung zur Mithilfe.
Konkret heißt dies folgendes: Entlang der Hauptverkehrsadern wird die Polizei landesweit Verkehrs- und Personenkontrollen durchführen. In den Wohngebieten wird die Polizei erhöhte Präsenz zeigen. Auch Zivilwagen werden eingesetzt.
Bevölkerung
Die Polizei versucht die Täter zu ermitteln und bestenfalls auf frischer Tat zu ertappen, oder unmittelbar nach der Tat zu stellen, heiß es in der Mitteilung. Auch ist die Polizei auf Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und rät Einbruchsopfern, schnellstens den Polizeinotruf 113 anzurufen, das Haus abzusperren und auf das Eintreffen der Polizei zu warten.
Von äußerster Wichtigkeit für die Polizei sind Beobachtungen der Anwohner über auffällige Personen oder Fahrzeuge, welche in der Nachbarschaft gesehen wurden. Dabei kann es sich um eventuelle Vorbereitungsmaßnahmen handeln wie z.B. scheinbar planloses Abfahren der Wohngegend oder Beobachten eines Hauses, Anlegen von Verstecken und das Abstellen von fremden, auffälligen Fahrzeugen.
Ein Einbruch dauert in der Regel nur wenige Minuten. Zu den bevorzugten Beutestücken gehören Geld, Schmuck, Laptops und Handys.
Zu Demaart
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