Sie sorgen regelmäßig für Zwist unter Sozialpartnern, sollen als Hebel gegen das Indexsystem und als Vorwand zur möglichen Kürzung des Mindestlohnes dienen – die Lohnkosten, die Summe von Bruttolohn, Sonderzulagen, Prämien und Beiträgen in die Sozialkassen. Eine Analyse von Statec bestätigt, dass die Frage, ob die Lohnkosten in Luxemburg im Vergleich zu den Nachbarländern zu hoch seien, nicht eindeutig beantwortet werden kann.
Spitzenreiter ist Luxemburg sonderzweifel bei den durchschnittlichen Jahreslohnkosten. In der EU platziert sich das Land an dritter Stelle hinter Schweden und Dänemark, lässt dabei Belgien, Frankreich und Deutschland hinter sich. Doch Statec nuanciert diese Angaben. Tatsächlich arbeitet man in Luxemburg länger als in den Nachbarländern, was die höheren Kosten im Vergleich zu Belgien und Frankreich erklärt.
Nimmt man die Lohnkosten pro Stunde ergibt sich ein anderes Bild. Da liegt Luxemburg im EU-Vergleich an 5. Stelle, hinter Dänemark, Belgien, Schweden und Frankreich, aber vor den Niederlanden, und Deutschland.
Lohnkosten stiegen langsamer
Positiv für den Standort Luxemburg: In den Jahren 2008 bis 2012 stiegen die Lohnkosten pro Stunde langsamer als in Belgien und Frankreich. Im Vergleich zu Deutschland wurde die Arbeit in Luxemburg in diesem Zeitraum jedoch etwas teurer. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail. So sind die stündlichen Lohnkosten im Bau und im Gewerbe niedriger als in den drei Nachbarländern. Anders hingegen im Finanzsektor, wo Luxemburg hochspezialisierte und folglich gut bezahlte Arbeitskräfte anlockt und damit auch teurer als in Deutschland und Frankreich aber billiger als in Belgien ist. Teurer ist Luxemburg auch in den Bereichen Gesundheit und Pflege, deren Lohnentwicklung durch Kollektivvertrag geregelt wird.
Und noch etwas zeichnet Luxemburg Lohnkosten aus. Die im Vergleich zu den meisten EU-Ländern niedrigen Sozialbeiträge in die Renten- und Gesundheitskassen. Nur in Irland, Dänemark und Malta zahlen die Unternehmen weniger.
Zu Demaart
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