Neue Dokumente würden belegen, dass das Ausmaß der Steuervermeidung in Luxemburg deutlich größer sei als bisher bekannt. Das schreibt die Süddeutsche Zeitung am Dienstagabend. Ab 22.00 Uhr wurden neue Details der kritisierten Tax-Ruling-Praxis Luxemburgs bekannt.
Der deutschen Zeitung zufolge seien neben Pricewaterhouse Coopers auch andere Unternehmensberatungsfirmen beteiligt gewesen. Genannt werden KPMG, Deloitte und Ernst&Young.
Die Süddeutsche Zeitung gehört zur Gruppe von Medien um das International Consortium of Investigative Journalism (ICIJ), die bereits an den ersten LuxLeaks-Enthüllungen am 5. November beteiligt waren. Damals hatte das ICIJ rund 28.000 geheime Dokumente von PwC veröffentlicht.
Die neuen Unterlagen betreffen rund 35 Unternehmen, so die „Süddeutsche“. Genannt werden u.a. der Internet-Telefonanbieter Skype, das Unterhaltungsimperium Disney.
Laut Le Soir wurden 50 neue Dokumente veröffentlicht. Neben Walt Disney nennt die Brüsseler Zeitung Bombardier, Telecom Italia und Koch Industries, eines der größten Privatunternehmen der USA. 60 Prozent der neuen Dokumente wurden von der Beratungsfirma Ernst&Young ausgehandelt.
Konzerninterne Bank
Auch dieses Mal seien „spektakuläre“ Steuerreduzierungen zu verzeichnen, schreibt die belgische Zeitung auf ihrer Online-Seite. Skype habe Steuern nur auf fünf Prozent seiner Einkommen gezahlt. Walt Disney Luxembourg sei mit nur 0,28 Prozent besteuert worden. Der US-Unterhaltungskonzern habe in Luxemburg eine konzerninterne Bank gegründet, um die Gewinnbesteuerung zu drücken.
Der „Süddeutschen“ zufolge hat auch der Hygieneartikelhersteller Reckitt Benckiser (RB) Steuern in Luxemburg gespart. Der Konzern, zu dem Marken wie Calgon und Clearasil gehören, lasse über Luxemburg Milliardenkredite laufen, berichtete die Zeitung.
Luxemburgs Regierung hat am Montag mit Belgien vereinbart, Steuerrulingsabkommen zu veröffentlichen. Entsprechende Anfrage aus Frankreich würden genauso behandelt, hieß es am Dienstag.
Dem britischen „The Guardian“ zufolge werde mit den neuen Enthüllungen der Druck auf EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker weiter zunehmen.
Bei Luxleaks 1 hat das ICIJ 548 Steuerabkommen veröffentlicht. Sie waren 2010 bei PwC entwendet worden.
Zu Demaart
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