Luxemburger Haushalte sind in der Regel gut ausgestattet. Dennoch fehlt es bei 0,1 bis 0,6 Prozent der Haushalte an Basisinstallationen, so die aktuellen Zahlen des Statec am Donnerstag. Dazu gehören Toiletten im Inneren der Wohnung, Badezimmer und Heizung. 0,1 Prozent der Haushalte in Luxemburg haben weder eine Toilette noch eine Dusche im Inneren der Behausung. In der Euro-Zone liegt der Anteil bei 0,5 Prozent, in Belgien bei 0,9 Prozent, in Frankreich bei 0,5 Prozent, in Deutschland bei 0,1 Prozent.
Ebenfalls zur Basisausstattung gehört die Elektroinstallation einer Unterkunft. 7,7 Prozent der Bewohner in Luxemburg beurteilen die Elektroinstallation zuhause aus inadäquat. Hier ist Luxemburg schlechter gestellt als der Durchschnitt der Eurozone (5,7 Prozent). Auch Belgien (3,5 Prozent) und Deutschland (2,6 Prozent) stehen besser da als Luxemburg. In Frankreich schätzen 9,1 Prozent der Bevölkerung ihre Elektroinstallation als inadäquat ein.
Der Gesamteindruck
„Ist Ihre Wohnung im Winter gemütlich warm?,“ und „Ist Ihre Wohnung im Sommer wohnlich kühl?“, sind zwei Fragen, die Statec den Befragten stellte. Hierbei handelt es sich nicht um eine Beurteilung der Qualität der Installation, sondern um deren Wirkung. Laut Statec sind beide Fragen subjektiv, spiegeln aber den Gesamteindruck von Unterkünften wieder.
Demnach meinen 10,2 Prozent der Luxemburger Bevölkerung, dass sie in Unterkünften leben, die nicht ausreichend kühl im Sommer sind. In der Euro-Zone liegt der Anteil doppelt so hoch und erreicht 20,6 Prozent. In Frankreich leben 18,9 Prozent der Menschen in nicht ausreichend kühlen Räumen, in Deutschland sind es 13,6 Prozent. Schlusslichter sind Portugal (35,7 Prozent) und Bulgarien (41,1 Prozent). In Luxemburg beklagen sich 6 Prozent der Über-65-jährigen über eine unzureichend kühle Wohnung im Sommer. Bei den 18 bis 64-jährigen sind es 10,6 Prozent.
Zu wenig beheizt im Winter sind 4,2 Prozent der Wohnungen in Luxemburg, in der Euro-Zone sind es 13,6 Prozent, in Belgien 12,6, in Frankreich 17,7 und in Deutschland 3,6 Prozent. Schlusslichter sind Portugal (46,6 Prozent) und Bulgarien (49,5 Prozent). In Luxemburg beklagen sich nur 2,4 Prozent der Über-65-jährigen über mangelnde Wärme im Winter. Bei den 18 bis 64-jährigen sind es 4,3 Prozent.
Mieter empfinden ihre Wohnung öfters zu kühl im Winter beziehungsweise zu warm im Sommer als Hausbesitzer. Es gibt auch große Unterschiede zwischen Häuser und Appartments. Hausbewohner beklagen sich deutlich weniger über Kälte im Winter und Hitze im Sommer als jene, die in Appartments wohnen.
Armutsrisiko
Auffallend ist vor allem die Ungleichheit bei der Ausstattung von Unterkünften. Hierzu unterscheidet Statec zwischen Personen mit und ohne Armutsrisiko. Als armutsgefährdet gilt, laut EU-Definition, wer weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Das Mitteleinkommen ist der Betrag, der die Bevölkerung der Einkommensbezieher in zwei gleiche Hälften teilt, wobei die eine Hälfte über, die andere Hälfte unter diesem Betrag liegt.
So leben etwa 13,5 Prozent der armutsgefährdeten Bevölkerung in Behausungen, die zu dunkel sind. Bei den Personen ohne Armutsrisiko liegt der Anteil bei nur 5,4 Prozent. Nicht weniger als 28,9 Prozent der armutsgefährdeten Personen leben in feuchten Wohnungen, bei den Menschen ohne Armutsrisiko liegt der Anteil bei 14,9 Prozent. Unterm Strich kommt der Anteil der Bevölkerung in Luxemburg, der in Räumen mit zu hoher Feuchtigkeit lebt, auf 17,1 Prozent. Hier ist Luxemburg schlechter gestellt als der Euro-Länder Durchschnitt, der bei 15,1 Prozent liegt.
15,1 Prozent der Menschen mit Armutsrisiko leben in Unterkünften mit einer inadäquaten Elektroinstallation (gegenüber 6,4 Prozent bei den Personen ohne Armutsrisiko). 10,2 Prozent der Menschen mit Armutsrisiko meinen, dass ihre Unterkunft im Winter nicht ausreichend beheizt ist (gegenüber 3,1 Prozent der nicht-armutsgefährdeten Personen). 14,1 Prozent (armutsgefährdet) sind der Meinung, dass ihre Behausung im Sommer nicht wohnlich kühl ist (gegenüber 9,5 Prozent nicht-armutsgefährdet).
Eine Person von zehn, welche ein Armutsrisiko haben, lebt in einer schweren materiellen Entbehrung in Bezug auf die Unterkunft. Darunter verstehen die Statistiker zu geringer Wohnungraum für die Person, das Fehlen elementarer sanitärer Einrichtungen. In Luxemburg liegt der Anteil jener, die in einer schweren materiellen Entbehrung (in Zusammenhang auf ihre Unterkunft) leben, bei 2,4 Prozent. In der Eurozone liegt der Anteil bei 3,5 Prozent, EU-weit bei 5,1 Prozent. Besser als Luxemburg sind Belgien (0,6 Prozent), Irland, Finnland, die Niederlande, Malta, Zypern, Norwegen, Spanien, Schweden, die Schweiz, Deutschland, Großbritannien und Dänemark.
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