Das Gericht in Moskau sprach den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny am Dienstag in einem Betrugsprozess schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Lagerhaft gefordert, Nawalny weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Ihm wurde Veruntreuung von Geldern vorgeworfen.
Das Urteil war überraschend von Mitte Januar auf Dienstag vorgezogen worden. Das löste Spekulationen aus, die russische Regierung wolle Proteste gegen das Verfahren umgehen, melden Nachrichtenagenturen. Kritiker sagen, Nawalny solle mit dem Prozess als politischer Gegner von Präsident Wladimir Putin mundtot gemacht werden.
Bei der als «Yves-Rocher-Affäre» in Russland bekannt gewordenen Affäre sollen Alexej Nawalny und sein Bruder Oleg 55 Millionen Rubel unterschlagen haben. Die Mittel hätten sie für private Zwecke gebraucht, so die Ankläger.
Über eine von Nawalny im Jahr 2008 gegründete Gesellschaft sollen Transportaufträge für die Kosmetikfirma Yves-Rocher getätigt worden sein. Die Dienstleistungen wurden jedoch von einem Subunternehmen ausgeführt. Nawalny habe überteuerte Kosten verrechnet und auch Kosten für Waren in Rechnung gestellt, die überhaupt nicht transportiert worden waren. Seit Dezember 2012 war ermittelt worden.
Nawalny war bereits wegen eines anderen Vergehens zu fünf Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können