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Hasseler Axtmord zum Zweiten

Hasseler Axtmord  zum Zweiten

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2014 war reich an spektakulären Prozessen, insbesondere der „Bommeleeër-Prozess“. Aber auch ohne diesen Prozess ist in den kommenden Wochen genug los in Luxemburgs Gerichtssälen.

Ein Jahr nach den Urteilen steht in der ersten Gerichtswoche 2015 ein spektakulärer Berufungsprozess auf dem Programm.

Casino & Doping

An „aktuellen“ Verhandlungen geht diese Woche in der „Cité judiciaire“ der Prozess gegen zwei (der fünf) mutmaßlichen Täter des Raubüberfalls auf das Casino 2000 in Mondorf im März 2011 weiter.
Ebenfalls auf der Tagesordnung, und dies ist selten genug: Eine Verhandlung wegen Verstoß gegen das Antidoping-Gesetz. Artikel 16 des überarbeiteten Sportgesetzes 2005 sieht nämlich die Möglichkeit von Haftstrafen und Geldbußen gegen Personen vor, welche mit Dopingmitteln handeln, diese an Sportler verabreichen oder auch (was Ärzte angeht) diese an Sportler verschreiben. clc

Im sogenannten Hasseler Mordprozess wurden im Januar des vergangenen Jahres drei Männer zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihnen wurde in erster Instanz vorgeworfen, in der Nacht zum 1. November 2010 den damals 69-jährigen Camille K. umgebracht zu haben.

20-Verhandlungstage hatte dieser Prozess in Anspruch genommen, und bis heute scheinen die Angeklagten nicht mit dem Urteil zufrieden zu sein. Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten hatte bereits bei der Verkündung des Urteils angekündigt, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Die Fakten

Am 1. November des Jahres 2010 wurde in der rue Killebierg in Hassel der 69-jährige Camille K. leblos in seinem Bett aufgefunden. Er wurde auf brutalste Art und Weise mit einer Axt im Schlaf niedergeschlagen. Neben der Leiche lag eine aufgeschlagene Bibel, in der ein Messer stach. Zudem wurde das Wort „Pedofil“ in die Bibel geschrieben.

Auf der Anklagebank des Berufungsgerichts sitzen diese Woche der Adoptivsohn des Opfers, Pascal K., sein momentaner Lebensgefährte Jérémy B. und ein Bekannter von letzterem, Charles C. Die beiden Erstgenannten sollen den Mord in Auftrag gegeben haben. Charles C. soll laut Anklageschrift den Mord ausgeführt haben. Alle drei Beschuldigten riskieren ein weiteres Mal eine lebenslängliche Haftstrafe.

Keine DNA Spuren

Während des Prozesses in erster Instanz hatte der Angeklagte Pascal K. einen Brief aus dem Gefängnis an seine eigene Familie geschickt. In diesem Brief kritisierte Pascal K. das Verfahren und warf dem Gericht sowie den Ermittlern vor, den Prozess absichtlich in eine Richtung zu drücken. Am Tatort wurden keinerlei Spuren und keine DNA gefunden wurden, was die Ermittlungen deutlich erschwerte.

In erster Instanz wurde ebenfalls klar, dass Pascal K. nur am Geld und den Grundstücken vom Opfer interessiert war. Er habe eindeutig ein Motiv gehabt, um Camille K. aus dem Weg zu schaffen. Mit Jérémy B. wollte er angeblich ein neues Leben im Kanada beginnen. Auch Jérémy B. hatte Interesse daran, um den Adoptivvater seines neuen Lebensgefährten zu eliminieren.

Am 10. August des Jahres 2010 sei es zu Telefongesprächen zwischen Jérémy B., Pascal K. und Charles C. gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat an dem Tag geplant wurde.
Ein weiteres Indiz, dass Charles C. die Tat begangen haben muss, waren die zahlreichen Internetrecherchen, die von Charles C. gemacht wurden. Vor der Tat erkundigte er sich im Internet über Themen wie Handyortung, Axtmorde oder Waffen. Und auch noch kurz nach der Tat recherchierte Charles C. mehrmals im Internet über einen Axtmord in Hassel.

pha/clc