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«Brauchen mehr Dialog»

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Über das blutige Attentat gegen Charlie Hebdo sollte auch in der Schule geredet werden, sagt Unterrichtsminister Claude Meisch. Insgesamt müsse in der Gesellschaft mehr miteinander geredet werden.

Weltweite Betroffenheit hat das Attentat auf Charlie-Hebdo ausgelöst. In Luxemburg nahmen weit über tausend Personen an der Solidaritätskundgebung des Presserats in Luxemburg teil. Das Ereignis müsse in der Schule themasiert werden, sagte uns Schulminister Claude Meisch (DP), der ebenfalls an der Kundgebung teilnahm.

Tageblatt.lu: Sollten die dramatischen Vorfälle in Paris nicht auch in der Schule thematisiert werden?

Claude Meisch: Ich habe viele Reaktionen aus den Schulen bekommen, weil sowohl das Lehrpersonal als auch viele Schüler in der Grundschule und im Sekundarunterricht sich Fragen stellen. Und auch das Bedürfnis verspüren, ihre Emotionen auszudrücken, was in diesem Moment extrem wichtig ist. Die Schüler haben noch mehr Probleme als wir Erwachsene, um das alles zu verstehen und einzuordnen, was eigentlich nicht zu verstehen und einzuordnen ist. Deshalb ist es wichtig, dass man die Gelegenheit gibt, darüber zu reden. Ich bin davon überzeugt, dass das in den Schulen der Fall sein wird. Ich glaube nicht, dass man darüber groß diskutieren muss, ich habe da volles Vertrauen in unsere Lehrer und Lehrerinnen, die da die richtigen Worte finden werden und dabei heute oder morgen eine Mathe- oder Französisch-Stunden fallen lassen, um dieses Ereignis zu thematisieren.»

Ist dieses Ereignis trotz seiner Dramatik nicht doch ein Argument für einen neutralen Wertunterricht, in dem ohne Vorbehalte und Vorurteile über die Religionen gesprochen werden kann?

«Ich meine, dass wir viel diskutieren und immer wieder wiederholen müssen, dass eine freie Gesellschaft sich immer wieder erfinden und sich auch schützen muss. Wohlwissend dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann. Alle restriktiven Sicherheitsmaßnahmen und präventive und pädagogische Maßnahmen können nicht zu einer hundertprozentigen Sicherheit beitragen. Natürlich sind diese Ereignisse auch ein Zeichen dafür, dass wir insgesamt mehr Dialog in unserer pluralistischen Gesellschaft brauchen. Der ist sicherlich nicht mit extremistischen Kräften und irrgeleiteten einzelnen Akteuren möglich, die hier als mutmaßliche Autoren dieser Tat in Frage kommen. Dennoch ist es wichtig, dass wir verstehen, was Religion wirklich ist. Was hier vorgefallen ist, ist ja keineswegs ein Zeichen von Religion. Hier haben wir es mit Personen zu tun, die aus welchen Gründen auch immer durchgedreht sind. Das hat nichts mit religiösen Motiven zu tun, auch wenn sie solche anführen.»

lmo/Tageblatt.lu