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Luxemburger lieben Urlaub

Luxemburger lieben Urlaub
(dpa/Archiv)

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Die Luxemburger sind ein reiselustiges Volk. 2013 machten sich mehr als 80 Prozent der Bevölkerung zur Erholung oder Besuch bei Familie und Verwandte auf dem Weg.

In einer aktuellen Statec-Erhebung am Dienstag wird das Reiseverhalten der Luxemburger im Jahr 2013 beleuchtet. Demnach unternahmen 83 Prozent der Einwohner 2013 eine Reise «mit mindestens einer Übernachtung zu privaten Zwecken». Insgesamt wurden laut Statec in diesem Jahr ganze 1,4 Millionen Reisen gezählt. Meistens führte der Weg ins Ausland, nur 4 Prozent aller Trips entfielen auf Luxemburg.

In den meisten Fälle packten die Luxemburger ihre Koffer, um sich zu erholen. Das gaben 34 Prozent der Befragten an. Der Besuch von Verwandten und Bekannten war für 31 Prozent der Befragten das Ziel ihrer Trips. Das Reisemotiv «Kultur» (14 Prozent) steht noch vor dem Strand- und Badeurlaub (6 Prozent).

Shopping, Strand und Sport

In der Statec-Erhebung wird außerdem nach der Dauer der jeweiligen Reise unterschieden. Unter «kurzen Urlaubsreisen» fallen die Trips mit bis zu drei Übernachtungen, Verwandten- und Bekanntenbesuche ausgenommen. Diese machten 2013 39 Prozent aller Freizeitreisen aus. Mehr als ein Drittel dieser kürzeren Reisen (33 Prozent) waren Bildungs- und Kulturtrips. Nach Statec-Angaben haben vor allem «Shopping- und Eventreisen» in dieser Kategorie die Nase vorn. Sie sind «die kürzesten Reiseformen mit einem Kurzreiseanteil von ca. 80 Prozent», so das Fazit.

Verreisten die Luxemburger länger, ab 4 Übernachtungen und ausgenommen Familienbesuche, so standen Erholung, neben Kultur (15 Prozent), Sport (12 Porzent) und Strand (13 Prozent) auf dem Urlaubsprogramm. Die Mehrheit der Freizeitreisen (61 Prozent) waren längere Trips, berichtet Statec.

Bade- und Strandurlaub werden generell als längerer Trip unternommen. Beliebte Reiseziele sind hier Spanien (27 Prozent), Belgien (22 Prozent), Portugal (20 Prozent), Griechenland und die Niederlande. Der sogenannte «Sport-Urlaub» wird vor allem in Österreich und der Schweiz (beide 45 Prozent), sowie in Großbritannien und Frankreich gerne verbracht.

Sommerurlaub hat die Nase vorn

Unter die Lupe genommen hat Statec bei seiner Reise-Untersuchung auch den jeweiligen Zeitraum der Freizeittrips. Dabei werden hauptsächlich die Sommer- und Winterurlaube näher beleuchtet. Per Definition ist ein Sommerurlaub eine längere Reise, die mindestens 4 Nächte dauert und im Juli und August unternommen wird. Ein Fünftel aller Freizeittrips (20 Prozent) fallen unter dieser Kategorie.

Vor allem der Besuch von Familie und Verwandten steht bei rund ein Viertel der Sommerurlaube im Vordergrund. Der Kollektivurlaub im Sommer wird hauptsächlich von den in Luxemburg lebenden Portugiesen dazu genutzt. Laut Statec machen ihre Besuche der Familie 41 Prozent aller Sommerurlaube aus. Hier liegt das Durchschnittsalter der Reisenden bei 42 Jahren.

Gemessen an der Reiselust im Sommer fällt die Bilanz beim Winterurlaub deutlich mager aus. 12 Prozent aller Freizeitreisen sind längere Trips im Winter. Als Winterurlaub gelten Reisen ab vier Nächte, die im Dezember, Januar oder Februar unternommen wurden.

Strand und Schnee

Während im Sommer Erholung (50 Prozent), Familien- und Bekanntenbesuche (21 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste stehen, so sind im Winter Verwandschaft-Treffen (32 Prozent) und Sport (25 Prozent) die Hauptreisemotive schlechthin.

Allarounder in Sachen Sommer- und Winterurlaub ist Luxemburgs Nachbarland Frankreich. Gemessen an der Gesamtzahl der Sommertrips erreicht Frankreich einen Anteil von 22 Prozent, bei den Freizeitreisen im Winter sind es sogar 25 Prozent, schreibt Statec.

Was das Ranking der Reiseziele nach Jahreszeiten angeht, so geht es im Sommer vorzugsweise nach Portugal, Spanien und Italien. Im Winter reisen die Luxemburger außer nach Frankreich gerne nach Österreich und in die Schweiz.

Lange im Sommer, kurz im Winter

Durchschnittlich sieben Übernachtungen zählt laut Statec eine Freizeitreise. Im Sommer dürfen es mit 13 Übernachtungen im Durchschnitt deutlich mehr sein. Im Winter liegt der Wert mit acht Übernachtungen nur leicht über dem Mittelwert. Begibt man sich auf eine Fernreise, so verbringt man durchschnittlich zwischen 16 und 20 Nächten im Hotel. Das sind naturgemäß die längsten Sommerurlaube. Bei Freizeittrips innerhalb Europa werden 10 bis 12 Übernachtungen gezählt.

Nach Übernachtungszahl und Reiseziel im Sommer aufgedröselt ist Portugal mit 19 Übernachtungen der absolute Spitzenreiter. Danach punkten Frankreich, Italien und Griechenland mit jeweils 12, sowie Spanien mit 11 Übernachtungen. In Deutschland bzw. in Belgien blieben die Reisenden aus Luxemburg im Durchschnitt sieben bzw. acht Nächte.

Der einstellige Übernachtungstrend lässt sich auf den Winterurlaub übertragen. 10 Nächte verbrachten Gäste in Spanien und in Portugal, 9 in der Schweiz, 8 in Frankreich. 7 Nächte waren es in Belgien, Deutschland und Italien. Schlusslicht ist Österreich mit 6 Übernachtungen.

Klischee bedient

Wie der Statec in seiner neuesten Erhebung schreibt, unternehmen eher «ältere Reisende mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren» eine Gesundheitsreise. Die Altersgrenze sinkt bei den Bade- und Strandurlauben auf etwa 43 Jahre, ebenso bei den Eventreisen. Wer Familie und Verwandte besucht, ist etwa 40 Jahre alt, so die Zahlen.

Das Ganze lässt sich auch auf die Sommer- und Winterurlaube projizieren. Wer im Sommer zum Strandurlaub reist, ist im Durchschnitt etwa 40 Jahre alt. Im Winter liegt der Mittelwert bei etwa 45 Jahren.

Was die «Haushaltstruktur» betrifft, so liegen bei Haushalten ohne Nachwuchs Kulturreisen im Trend. 16 Prozent aller Trips in dieser Kategorie entfallen auf Kulturreisen. Bei Familien mit Kindern machen Kulturreisen nur 9 Prozent aus.

Im Urlaub großzügiger

Im Durchschnitt lagen 2013 die Reiseausgaben bei etwa 710 Euro, schreibt Statec. Kurztrips schlugen mit etwa 300 Euro zu Buche, längere Reisen mit 970 Euro. Für alle Freizeittrips 2013 gilt eine durchschnittliche Summe von 128 Euro pro Person und Tag.

Nach Sommer-/ Winterurlaub und den übrigen Reisetrips aufgeteilt, kostet ein Urlaubstag im Sommer 94 Euro, im Winter 103, bei den übrigen Reisen werden sogar 138 Euro fällig. Das liege vor allem an den Transportkosten, die bei kürzeren Trips das Budget in die Höhe treiben, so Statec.

291 Euro ließen sich laut Statec die Luxemburger 2013 einen «Shopping-Trip» pro Person und Tag kosten. Für Event- und Städtereisen zahlte man 202 bzw. 192 Euro. Familien- und Bekanntenbesuche schlugen mit durchschnittlich 88 Euro pro Person und Tag deutlich günstiger zu Buche.