Sieben nicht-religiöse Organisationen zweifeln am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung die „Trennung zwischen Kirche und öffentlichen Schulen“ an. Im Hinblick auf die 36 Artikel der neuen Konvention stelle sich die Frage über das Ziel dieses Abkommens. Es sei hinter verschlossenen Türen zwischen der Regierung und den Religionsgemeinschaften ausgehandelt und direkt am Tag nach der Veröffentlichung im Parlament abgestimmt worden.
Folgende sieben nicht-religiöse Organisationen haben die Mitteilung unterschrieben:
– Allianz vun Humanisten, Atheisten an Agnostiker Lëtzebuerg (AHA)
– Association luxembourgeoise des professeurs d’éthique (ALPE)
– Fédération Générale des Instituteurs Luxembourgeois (FGIL)
– Liberté de conscience (Libco)
– Libre Pensée Luxembourgeoise (LPL)
– Ligue Luxembourgeoise de l’Enseignement (LLE)
– Syndikat Erzéiung a Wëssenschaft am OGBL (SEW/OGBL)
Handelt es sich um einen historischen Fortschritt, so wie es die Regierung den Bürgern verkaufen will, und der den Religionsunterricht abschafft, oder handelt es sich vielmehr um einen Rückschritt in alte Zeiten, als es keine Möglichkeit gab, der religiösen Indoktrinierung zu entkommen, fragen sich die sieben Organisationen.
Große Besorgnis
Der aktuelle Religionsunterricht zeige eine starke Ähnlichkeit mit dem von Artikel 17 (aus der neuen Konvention) definierten neuen Werteunterricht. Laut Artikel 12 der neuen Konvention wird der Einfluss von Religion beibehalten. Artikel 18 besagt, dass die bisherigen Religionslehrer den neuen Werteunterricht halten sollen. All diese Tatsachen rufen bei den nicht-religiösen Organisationen eine große Besorgnis hervor. Auch wurden diese nicht zur Ausarbeitung des neuen Werteunterrichts zu Rate gezogen.
Die sieben Organisationen baten um ein dringendes Treffen mit der Regierung. Dort werde man dem Minister einen schriftlichen Forderungskatalog aushändigen.
«Kuhhandel»
Bereits zuvor hatten weitere Akteure ihre Bedenken an dem Abkommen geäußert. Die «Libre Pensée Luxembourgeoise» hatte sich bereits am Donnerstagmorgen zu Wort gemeldet. CSV und Bistum hätten mit der Regierung einen «Kuhhandel» als «gesellschaftliche Revolution» verkauft. Sie sprechen von einer «Nacht-und Nebelaktion» bei der ausgehandelten «Trennung von Kirche und Staat». Der Freidenkerbund kritisiert, dass es kein Mitspracherecht über ein Referendum sowie eine öffentliche Debatte zu dem Thema gab.
«Nein zum Kuhhandel zwischen Regierung und katholischer Kirche,» hieß es am Donnerstagmorgen auch von der Kommunistischen Partei. Sie vermissen bei dem Abkommen eine «echte Trennung» von Kirchen und Staat. Einzig «D’Jonksozialisten» begrüßen am Donnerstag das Abkommen.
Zu Demaart
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