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«Die Parteispitze soll direkt gewählt werden»

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Serge Wilmes sieht die CSV auf einem guten Weg. Es sei eine Partei "in der Alle einen Platz haben". Er fordert aber auch mehr direkte Demokratie innerhalb der CSV.

Die «jungen Wilden» der CSV melden sich zu Wort. In einem Radio-Interview (Background) auf RTL sagt der CSV-Abgeordnete Serge Wilmes, dass es junge Politiker im Augenblick schwer haben. Das aktuelle Wahlsystem mache es ihnen schwer, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

Der Parlamentarier sagt aber auch, dass die jungen Leute eine wichtige Rolle in der Neugestaltung der Partei spielen. Man müsse bis 2018 warten, ehe man junge Politiker im Parlament sehe. Aber schon 2017 könne man ein starkes Siugnal bei den Gemeindewahlen senden, indem man mehr Jugendlichen die Chance gibt, Kandidat auf den Parteilisten zu werden. Die CSV hätte in diesem Zusammenhang ein Förderprogramm für «junge Politiker» ins Leben gerufen, so Wilmes.

Alternative zur Regierungspolitik

Über die Rolle der CSV in der Opposition sagte Wilmes am Samstag, dass das Ziel nun sei Alternativen zur Regierungsprolitik auszuarbeiten. Der Kontakt mit der Parteibasis sei in diesem Zusammenhang wichtig. Bei der CSV sei der Mix zwischen Erfahrung (auch in der Regierung) und jungem Dynamismus erfolgversprechend. Man müsse aber den über 10.000 Parteimitgliedern zuhören, warnt Wilmes. In der Vergangenheit sei der Dialog mit der Basis oft zu kurz kommen.

Für die CSV fange eine neue Ära an. Übervater Jean-Claude Juncker sei nicht mehr da. Er hinterlasse eine Lücke, so Wilmes, der aber zuversichtlich ist, dass über ein gutes «Teamwork» diese Lücke geschlossen werden kann.

Bei der rezenten Analyse der CSV durch den Expertenbericht und die «Drei-Königs-Gruppe» sei klar geworden, dass innerhalb der Partei eine liberale und eine konservative Gruppierung existiere. Dies sei aber kein Problem für die zuküftige Ausrichtung der Partei. «Die CSV hat Platz für alle», betont der jüngste Abgeordnete der CSV. Es sei in diesem Kontext aber wichtig, einen Konsens zwischen beiden Lagern zu erreichen.

Die Bedeutungen des «C»

Die CSV wolle eine «moderne, lebendige Partei aus der Mitte der Gesellschaft» bleiben. Das «C» stehe nicht nur für «Christlich», sondern auch für «Centre» (Zentrum) und «Choix» (Wahl). Es gebe keine absolute Wahrheit, warnte Wilmes und berief sich dabei u.a. auf die Diskussionen rund um die Euthanasie und die Abtreibung.

In diesem Zusammenhang seien die geplanten Referenden «zu begrenzt», weil sie nicht die richtige Frage stellen: «Welche Gesellschaft wollen wir morgen?», bedauert Wilmes. Im Allgemeinen sei die Regierungspolitik nicht schlecht. Man verfalle dort aber zu leicht in blinden Aktionismus und wolle die Reformen zu schnell durchboxen. Dabei würde oft der Dialog auf der Strecke bleiben, bedauert Serge Wilmes auf RTL. Die Reformen würden auch ohne Zusammenhang durchgeführt.

Keine «Revoluzzer», sondern «Evoluzzer»

Die «Drei-Königs-Gruppe» der CSV versteht der Jungpolitiker als «Think-Tank», der Denkanstöße geben soll. Die Reaktionen der Parteispitze seien positiv gewesen. Sie seien keine «Revoluzzer» sondern vielmehr «Evoluzzer». Die Gruppe macht sich unter anderem stark für mehr direkte Demokratie innerhalb der CSV. So soll die Parteispitze und die Spitzenkandidaten bei den Parlamentswahlen direkt von den 10.000 Parteimitgliedern bestimmt werden. Die Parteileitung hat angekündigt, sich beim Kongress am 28. März zu diesem Vorschlag zu äußern.

Auf die guten Resultate der Partei bei rezenten «Tageblatt»-Umfragen angesprochen, erklärte Serge Wilmes, dass die Resultate ihn freuen würden, man sie aber auch nicht zu ernst nehmen soll. Das Resultat am Wahlabend zähle und nichts anderes. Er teile deshalb auch nicht den Optimismus von Ex-Premierminister Juncker, welcher der CSV 2018 einen Erdrutschsieg vorhersagt.

Im Augenblick sei es wichtig, zu kommunizieren. In diesem Zusammenhang komme den «neuen Medien» eine große Rolle zu. Es gehe darum, die Leute von den von der Partei entwickelten Ideen zu überzeugen und das Interesse an der Politik zu fördern, so der Nachwuchs-Politiker abschließend.