Das operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen der größten europäischen Finanzgruppe liegt bei 39,2 Millarden Euro. Am Ende kommen magere 157 Millionen Euro als Gewinn heraus. Und man hört der Stimme des Generaldirektors Jean Laurent Bonnafé bei der Vorstellung des Resultates deutlich an, dass er irgendwie erleichtert ist, dass es überhaupt einen Gewinn gibt.
Ohne außerordentliche Ereignisse hätte die BNP Paribas für „eine schwieriges Jahr 2014“ einen Rekordgewinn von sieben Milliarden Euro erwirtschaftet. Die außerordentlichen Ereignisse waren die Ermittlungen der US-Behörden wegen Vergehen der Bank in der Finanzierung von Rohstoff-Geschäften mit Ländern, gegen die ein Embargo bestand. Das kostete nach langwierigen Verhandlungen eine Geldstrafe von gut 6,8 Milliarden Euro. Hinzu kommen 250 Millionen Euro an Ermittlungskosten, die die Bank ebenfalls tragen muss. Unter Berücksichtigung der Rückstellungen, die die Bank vorgenommen hatte, bleiben am Ende die 157 Millionen übrig, die jetzt als Gewinn ausgewiesen werden.
Die Dividende bleibt gleich hoch
Die Aktionäre sollen unter dem Geschäftsgebahren der Manager nicht leiden. Sie erhalten – wie in den beiden vergangenen Jahren auch – eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie, was einer Verzinsung von drei Prozent entspricht. Das bringen Sparbücher schon seit Jahren nicht mehr. Das außerordentliche Ereignis hat Spitzenbankern den Job gekostet. Der eine ging vorzeitig in den Ruhestand, der andere verlor seinen Job als Vorsitzender des Verwaltungsrates.
Das Ereignis, so erläutert Bonnafé ausführlich in der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag, hat in der Bank viel verändert. Die Führung des Gruppe definiert immer wieder, welche Geschäftsfelder bearbeitet werden und von welchen die BNP Paribas nun die Finger lässt. „Wir wissen ja, oder wir ahnen, in welchen Bereichen es zukünftig Regulierungen gibt. Wenn wir mit einem Regulator noch über Einschätzungen reden können und auch auf fachliches Verständnis rechnen können, sieht das bei der Justiz ganz anders aus. Sie kommt für ein Geschehnis von heute vielleicht erst drei, vier oder fünf Jahren später. Sie beurteilt anders als ein Regulator. Wir müssen in solchen genau dokumentieren können. Das heißt, wir dokumentieren heutzutage intensiver, weil wir im Fall der Fälle genau nachweisen müssen, aus welcher Situation heraus und mit welchen Gründen wir eine bestimmte Entscheidung getroffen haben.“ Die Erfahrung mit der US-Justiz hat bei der BNP Paribas tiefgreifend gewirkt.
Vier Heimatländer
Die BNP Paribas ist eine Bank mit vier Heimatländern, sagt sie von sich: Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg. Für den Vorstand in Paris ist Luxemburg mehr als nur die BGL BNP Paribas. Der Konzern hat in Luxemburg auch die Flottenverwaltung von Automobilen angesiedelt. Arval hat im vergangenen Jahr die Zahl von 700.000 Autos überschritten. Ohne näher auf die Einzelheiten einzugehen, teilt der Konzern mit, dass man in allen Bereichen, wie zum Beispiel im Leasingbereich deutlich zugelegt habe. Das operative Ergebnis in Luxemburg habe um 6,8 Prozent gegenüber 2013 zugelegt. Das Resultat vor Steuern läge bei 858 Millionen Euro, eine Steigerung von 9,3 Prozent gegenüber 2013.
Vorstandsmitglied François Villeroy de Galhau will sich das Ergebnis nicht schlecht reden lassen. Bei den Spareinlagen in Luxemburg liegt das Ergebnis mit 3,6 Prozent um einen Prozentpunkt unter dem Ergebnis von 2013. „Wir haben immer noch einen schönen Zuwachs“ sagt er. Das endgültige Luxemburger Ergebnis wird die BGL BNP Paribas Bank vermutlich in der ersten Aprilwoche 2015 vorstellen.
Helmut Wyrwich
Zu Demaart
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