Der größte Stahlhersteller der Welt hat für das Geschäft im vergangenen Jahr in allen Bereichen durchweg positive Zahlen vorgelegt. Der Umsatz des Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 18 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen bei sieben Milliarden US-Dollar. Der Jahresverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar bedeutet eine Halbierung des Verlustes gegenüber 2013. ArcelorMittal, Konzern der sowohl Eisenerz abbaut als auch Stahl produziert, konnte sein operatives Ergebnis insbesondere im Stahlbereich um 23,6 Prozent – 14 Dollar pro Tonne – verbessern.
Für das vierte Quartal weist der Konzern ein operatives Ergebnis in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar auf. Erhebliche Verbesserungen gab es in Europa mit einem Plus von 36 Prozent. In Afrika und in den Schwellenländern weist die Gruppe ein Plus von 173 Prozent aus.
Tiefster Schuldenstand
Das in Luxemburg beheimatete Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit 15 Milliarden den tiefsten Schuldenstand seit der Fusion im Jahre 2005 angegeben. Zum Vergleich: Die Schulden hatten zeitweise eine Höhe von 22 Milliarden US-Dollar erreicht. Der Rückgang im vergangenen Jahr um eine Milliarde geht im wesentlichen auf Verkäufe von Bereichen in Höhe von 600 Millionen zurück, aber auch auf den starken Dollar.
ArcelorMittal hat im vergangenen Jahr 85 Millionen Tonnen Stahl ausgeliefert. Im vierten Quartal waren es 21 Millionen Tonnen. Das ist im Jahresvergleich ein Plus von drei Prozent. Bei den Erzverkäufen legte das Unternehmen mit 63 Millionen Tonnen um 3,6 Prozent zu.
Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit der Übernahme des ThyssenKrupp Walzwerkes in Calvert / Alabama seine Position in den USA verstärkt und in China durch ein Joint Venture seine Position gegenüber den Automobil-Herstellern verbessern können.
Mittal bleibt vorsichtig
Für das Jahr 2015 bleibt Konzernchef Lakshmi Mittal vorsichtig. Er geht von einem operativen Ergebnis von 6,5 bis 7 Milliarden Euro aus. Das läge auf derselben Höhe wie 2014. Die Stahlverkäufe könnten um 4,5 bis 5 Prozent ansteigen, was sich gleichzeitig auf den Erzbedarf auswirken würde. Allerdings leidet das Segment unter einem starken Preisverfall. Die niedrigen Zinsen sollen sich bei den Schuldzinsen auswirken und auf 1,4 Milliarden US-Dollar sinken. Das Unternehmen sagt nicht, wie hoch der Zinsaufwand im vergangenen Jahr gewesen ist. ArcelorMittal will gleichzeitig die Investitionen auf 3,4 Milliarden US-Dollar zurückfahren. Die Schulden sollen im gerade begonnenen Jahr um weitere 800 Millionen US-Dollar zurückgefahren werden.
„Wir gehen im Jahre 2015 davon aus, dass trotz schwieriger Märkte der Stahlmarkt sich weiter positiv entwickeln wird. Das sollte insbesondere für Produkte mit hohem Mehrwert zum Beispiel im Automobilbereich gelten“, wird Konzernchef Lakshmi Mittal in der Konzernmitteilung zum abgelaufenen Geschäftsjahr zitiert. Die Dividende soll weiter bei 0,20 Dollar pro Aktie liegen.
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