Wendung im Hassler Axt-Mord. Nachdem in erster Instanz die Angeklagten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren, wurden sie im Berufungsprozess nun freigesprochen.
Am 1. November 2010 wurde der 69-jährige Camille Kolber tot auf seinem Anwesen in der rue Killebierg in Hassel aufgefunden. Er wurde auf brutalste Art und Weise mit einer Axt im Schlaf erschlagen. Angeklagt waren der Adoptivsohn, Pascal K., der Lebenspartner des Opfers, Jérémy B. und ein Bekannter von diesem, Charles C. Pascal K. und Jérémy B. sollen den Mord in Auftrag gegeben, Charles C. ihn ausgeführt haben. Es wurde aber kein Beweis für die Schuld der Angeklagten am Tatort gefunden. Es handelte sich um einen reinen Indizienprozess.
Freude und Leid nah beieinander
Die Richter in erster Instanz waren der Meinung, es gäbe ausreichend Elemente in der Akte, um die drei Beschuldigten zu lebenslangen Haftstrafen zu verurteilen. Die Berufungsrichter waren jedoch anderer Meinung.
Das Urteil der Berufungsrichter ist eine Premiere in der Luxemburger Justizgeschichte und sorgte für großes Staunen und Aufregung im Gerichtssaal. Die Familie des Opfers war am Boden zerstört, die Familie der Beschuldigten im siebten Himmel. Die Begründung des Urteils wird später nachgereicht, heißt es.
Mit diesem Urteil ist der Hasseler Axt-Mord nicht aufgeklärt. Ob die Ermittlungen wieder aufgenommen werden, ist noch nicht gewusst. Den Angeklagten, die seit etwa fünf Jahren unschuldig im Gefängnis sitzen, könnte des Weiteren eine Entschädigung gezahlt werden.
Zu Demaart
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