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Quotenregelung bei «Päischtcroisière»?

Quotenregelung bei «Päischtcroisière»?

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Frauenquote, Ausländerwahlrecht – Luxemburg hat den richtigen Weg der Political Correctness mustergültig und hoffentlich auch definitiv beschritten. Nun öffnet sich ein weiterer Bereich, auf dem dringender Handlungsbedarf besteht: die Päischtcroisière.

Fast jeder Luxemburger hat mindestens einmal in seinem Leben an ihr teilgenommen: der „Päischtcroisière. Die Fahrt an Bord eines luxuriösen Dampfers wird von etlichen Teilnehmern, die wir befragten, als einer der Höhepunkte ihres reichen Urlauberlebens bezeichnet. Man trifft Bekannte wieder, isst, trinkt, tanzt und singt mit wildfremden Menschen, denen man im kleinen Luxemburg nicht so einfach begegnen würde. Nicht selten auch kann man die eine oder andere Persönlichkeit des Luxemburger politischen Lebens antreffen, mit ihr in lockerer Atmosphäre sein Herzensanliegen besprechen und sich – warum nicht – zum Fürsprecher der beruflichen Zukunft der Tochter oder des Sohnes machen. Die Fahrt an Bord des Luxusdampfers bietet demnach nicht nur Gelegenheit, in geselliger Runde ordentlich Dampf abzulassen.

firmixiteitummier.lu

Doch auch diese Bastion der Luxemburger ist gehörig am Wackeln. Und dies nicht zu Unrecht. Mit einem Anteil von 45,3 Prozent (Stand 2014) leisten unsere ausländischen Mitbürger einen unschätzbaren Beitrag zum Wirtschaftswachstum und damit zu unserem Wohlstand. Es war demnach bloß eine Frage der Zeit, bis sich einige ehrliche Mitbürger zusammenschließen würden, um eine passende Vertretung der Nichtluxemburger an der Pfingstkreuzfahrt zu fordern.

„Warum keine Quote?“, meint dazu Romain Webesch, einer der Initiatoren der diesem Thema gewidmeten Webseite, die heute Abend freigeschaltet werden soll. Die Organisatoren der Kreuzfahrt sollten 45 Prozent der Kabinenplätze für Nichtluxemburger aus Luxemburg reservieren. Erst eine Woche vor Anmeldeschluss könnte man dann die noch freien Plätze an Luxemburger verkaufen.

Eine gemischte Gesellschaft an Bord des Schiffes würde sich später wohltuend auf das gesellschaftliche Zusammenleben in Luxemburg auswirken. Das würde die Integration und das Zusammenwachsen der verschiedenen Nationalitäten und Kulturen im Land fördern, sagt Richard Leinen, der mit Webesch die Online-Seite aufbaute.

Ziel der Seite www.firmixiteitummier.lu ist es, einen Meinungsaustausch zu dieser Frage zu ermöglichen. An eine Online-Petition auf dem Chamber-Site werde auch gedacht. Ob die jedoch zulässig ist, weiß man noch nicht, sagt Webesch.

Bekanntlich muss eine Online-Petition, wird sie denn vom Parlamentsausschuss als von allgemeinem Interesse eingestuft, mindestens 4.500 Unterschriften sammeln, damit die Problematik im Ressortausschuss, in diesem Fall jenem für Tourismus, in Anwesenheit des zuständigen Ministers und den Initiatoren diskutiert wird. Ob dann ein Gesetzesprojekt daraus wird, ist jedoch eine andere Frage.