Donnerstag29. Januar 2026

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Cargolux entlässt Piloten

Cargolux entlässt Piloten
(Editpress/Alain Rischard)

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Die Frachtfluggesellschaft Cargolux hat in den letzten Tagen vier Piloten entlassen. Während des Kündigungsgesprächs wurden u.a. krankheitsbedingte Fehlzeiten erwähnt.

Die Cargolux hat gleich vier Piloten vor die Tür gesetzt. Das wurde uns von der Pilotengewerkschaft ALPL bestätigt. In einer ersten Meldung hatten wir von fünf Entlassungen gesprochen. Der Kündigung ging wie vom Gesetz vorgesehen ein Gespräch voran. Dabei seien die häufigen Fehlzeiten aufgrund von Krankheit genannt worden, sagte uns der Generalsekretär der ALPL, Dirk Becker.

Werden die Piloten ausspioniert?

Den vier Piloten der Cargolux, darunter eine Frau, wurden beim Kündigungsgespräch u.a. ihre krankheitsbedingten Fehlzeiten vorgeworfen. Auch sollen sie gegen die Ausgangssperren verstoßen haben. Woher die Direktion die Information habe, wollte man nicht sagen. Eine Kontrolle seitens der Gesundheitskasse CNS sei nicht beantragt worden, so Aloyse Kapweiler vom LCGB. Ob die Piloten heimlich ausspioniert würden, fragt der Gewerkschafter. Seiner Ansicht nach stünden diese Aktionen im Zusammenhang mit den schwierigen Gesprächen zur Erneuerung des Kollektivvertrags. Die Unsicherheit beim Cargolux-Personal beschränke sich nicht beim Flugpersonal, so Kapweiler.

Mitarbeiter wegen Krankheit zu entlassen, verstößt gegen das Gesetz und kann vor dem Arbeitsgericht angefochten werden. Der offizielle Kündigungsgrund dürfte demnach anders lauten.

Die ganze Vorgehensweise verunsichert die Belegschaft erheblich, sagt Becker. Piloten würden es sich wohl in Zukunft zweimal überlegen, ob sie sich krankschreiben lassen, wenn es ihnen nicht gut geht. Dabei verlangt es die Flugsicherheit, dass ein Pilot sich nicht ans Steuer setzt, wenn er nicht fit ist.

Die Piloten von Cargolux sprechen von zunehmendem Druck in der Firma. In seiner langjährigen Karriere habe er solche eine hohe Zahl von Kündigungsgesprächen nicht erlebt, sagt Becker. Man müsse sich schon fragen, wohin die Gesellschaft steuert.

Die Entlassungen erfolgen wenige Wochen nach dem tragischen Unglück der Germanwingsmaschine in den südfranzösischen Alpen. Der Kopilot soll Selbstmord begangen haben. Dabei zog er 149 Personen mit in den Tod. Der Mann hatte psychische Probleme, war eigentlich krankgeschrieben. Aus Angst, den Job zu verlieren, hatte er seinem Arbeitgeber den Krankenschein vorenthalten.