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Luxemburg meidet Moskau

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Luxemburg wird nicht an den offiziellen Feierlichkeiten in Moskau am 9. Mai teilnehmen. Genauso wie die meisten anderen EU-Länder.

Die EU zeigt der russischen Regierung die kalte Schulter. Die meisten Staaten werden nicht an den offiziellen Feierlichkeiten teilnehmen, die am 9. Mai in Moskau anlässlich der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands 1945 stattfinden wird. Nur Griechenland, Zypern, Ungarn und Tschechien werden auf höchstem Niveau vertreten sein. Der tschechische Präsident Milos Zeeman wird jedoch der Militärparade nicht beiwohnen. Der ehemalige Alliierte Luxemburg schließt sich den anderen Ländern an und bleibt den Feierlichkeiten in Moskau fern. Luxemburg werde durch seinen Botschafter vertreten sein, sagte man uns am Mittwochnachmittag. Grund für die Abwesenheit eines Großteils der politischen Spitze der EU ist die aktuelle Krise in der Ostukraine.

Russland, als Kernstück der vormaligen Sowjetunion, hat maßgeblich an der Zerschlagung des Nazi-Regimes und der Befreiung des Kontinents vom Faschismus beigetragen. Der Krieg kostete allein die UdSSR mehr als 20 Millionen Menschenleben.

Am 9. Mai wird in Moskau der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands gedacht. Die Urkunde war zuerst am 7. Mai 1945 im Obersten Hauptquartier der Alliierten Kräfte in Reims unterzeichnet worden. Der Waffenstillstand, der dem Zweiten Weltkrieg in Europa ein Ende setzte, trat am 8. Mai um 23.00 Uhr in Kraft. Nochmals unterschrieben wurde die Kapitulationserklärung in der Nacht vom 8./9. Mai im Hauptquartier der 5. sowjetischen Armee in Berlin-Karlshorst. Daher wird der Kapitulation in den verschiedenen Ländern an unterschiedlichen Daten gedacht.

Erinnerungszeremonie in Luxemburg

Ganz vergessen sind die Opfer des Zweiten Weltkrieges insbesondere auf Seiten Russlands und der anderen damaligen Sowjetrepubliken ebenfalls in Luxemburg nicht. Wie in anderen europäischen Städten findet eine offizielle Erinnerungszeremonie statt. In Luxemburg geschieht dies am 8. Mai am „Monument National de la Solidarité“ auf dem «Kanounenhiwwel» in Luxemburg, wo in Anwesenheit von Regierung, von Vertretern des großherzoglichen Hofs und allen in Luxemburg präsenten Botschaften eine Kranzniederlegung stattfinden wird. Blumen werden ebenfalls am 8. Mai an den Denkmälern für die in Luxemburg verstorbenen sowjetischen Bürger auf dem Lallinger Friedhof in Esch und auf dem Friedhof in Petingen niedergelegt. Am 9. Mai dann soll Premierminister Xavier Bettel an einer Kranzniederlegung am Denkmal für die sowjetischen Soldaten am Friedhof von Bonneweg teilnehmen.

Trotz EU-Boykott haben rund dreißig Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme in Moskau zugesagt. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel wird erst am 10. Mai in der russischen Hauptstadt erwartet. Dann soll sie das Denkmal für den Unbekannten Soldaten an der Kreml-Mauer besuchen. Die ehemaligen Alliierten USA und Großbritannien haben die Einladung ausgeschlagen. Unklar bleibt, ob Frankreichs Präsident François Hollande die Reise nach Moskau antreten wird.

Vor zehn Jahren hatten sich noch rund 60 Staats- und Regierungschefs an der Siegesparade in Moskau beteiligt.