Beim tödlichen Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen in Südwestfrankreich ist auch ein Kind ums Leben gekommen. Das «kleine Kind» habe neben dem Lkw-Fahrer gesessen, teilten die Behörden am Freitag mit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 43.
Ein Bus mit einer französischen Seniorengruppe prallte den Behörden zufolge am Freitagmorgen auf einer Landstraße östlich von Bordeaux frontal mit einem unbeladenen Holztransporter zusammen. Die Fahrzeuge gingen sofort in Flammen auf. Mehrere Menschen überlebten verletzt. Das Unglück ereignete sich auf der Landstraße 17 im bekannten Weinbaugebiet Saint-Emilion auf dem Gebiet der Gemeinde Puisseguin.
«Sehr kurvig»
Ersten Erkenntnissen zufolge habe «der Fahrer des Lastwagens die Kontrolle verloren», sagte Puisseguins Bürgermeister Xavier Sublett. «Er hat sich quer auf die Straße gestellt, der Busfahrer konnte den Unfall nicht verhindern.» Sublett zufolge ist die Straße nahe der Unfallstelle «sehr kurvig», zahlreiche enge Biegungen folgten dort dicht aufeinander. Beide Fahrzeuge brannten nach dem Zusammenstoß komplett aus.
Der Busfahrer überlebte den Aufprall leicht verletzt und konnte den Türöffnungsmechanismus betätigen. Dennoch verbrannten viele Insassen bei lebendigem Leib. Rund 60 Feuerwehrleute eilten mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen zur Unglücksstelle. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine psychologische Krisenzelle eingerichtet. Außer dem Fahrer befanden sich 48 Passagiere an Bord des Busses, Mitglieder einer im nahen Petit-Palais-et-Cornemps zu einem Tagesausflug gestarteten Seniorengruppe.
«Furchtbare Tragödie»
Vier Menschen wurden bei dem Unfall schwer verletzt, wie der Präfekt des Départements Gironde, Pierre Dartout, sagte: Zwei erlitten Schädelbrüche, zwei weitere schwere Verbrennungen. Sie wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Bordeaux gebracht. Die anderen Überlebenden wurden nur leicht verletzt. Unter den Toten ist auch der Lastwagenfahrer.
Frankreichs Staatschef François Hollande sprach am Rande eines Griechenland-Besuchs von einer «furchtbaren Tragödie». Die Regierung sei «vollkommen mobilisiert». Regierungschef Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies besuchten die Unglücksstelle. Valls sprach von einem «furchtbaren Schock für Frankreich» und drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Nationalversammlung in Paris legte eine Schweigeminute ein.
«Wir sind alle betroffen»
Ein Angehöriger eines der Schwerverletzten sagte, die Straße sei bekannt für ihre Unfallgefahr. «Wie viele Autos habe ich dort schon im Graben und in den Weinbergen liegen sehen», sagte Jacques Deval. Seinen Angaben zufolge stammten die meisten Insassen des Busses aus der Gegend. «Wir sind alle sehr betroffen», sagte er.
Auch ein aus der Gegend stammender Abgeordneter beklagte die hohe Unfallgefahr auf der Strecke. Das Unglück von Puisseguin ist der tödlichste Straßenverkehrsunfall in Frankreich seit mehr als 30 Jahren. 1982 waren bei einem Busunglück im ostfranzösischen Beaune 53 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 44 Kinder.
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