Dienstag27. Januar 2026

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Jean Guill: «Ich wollte nicht Anwalt werden»

Jean Guill: «Ich wollte nicht Anwalt werden»
(Hervé Montaigu)

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Jean Guill ist langjähriger Direktor der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF. Im Februar wird er von Claude Marx auf seinem Posten abgelöst und will es erst einmal ruhig angehen.

Im Tageblatt-Gespräch äußert sich der scheidende CSSF-Chef Jean Guill optimistisch bezüglich der Zukunft des Finanzplatzes und der Fondsindustrie in Luxemburg.

Direktor der CSSF werden war bestimmt nicht Ihr Traumberuf. Was wollten Sie werden?

Mir war im Gymnasium bereits relativ früh klar, dass ich Jura studieren will. Ich wollte aber nicht Anwalt werden. Ich wollte damals schon in Richtung „finances publiques“ oder „droit administratif“ gehen. Natürlich hat man nicht eine spezielle Stelle im Sinn. Das ist klar.

Wird Ihr Nachfolger es einfacher oder schwerer haben als Sie?

Das hängt davon ab, was kommen wird. Niemand kann genau sagen, was passiert. Die Finanzkrise hatte man sich vorher ganz sicher auch nicht so ausgemalt. Allerdings gibt es immer neue Herausforderungen.
Im Moment sieht es aber so aus: Der Finanzplatz selbst ist in den letzten Jahren gut über die Runden gekommen und ist stabil. Bei den Banken, wo sich vieles verändert hat, verzeichnen wir gute Resultate. In der Fondsindustrie verzeichnen wie sehr gute Resultate – ein permanentes Wachstum. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es in Zukunft hier nicht so gut weiterlaufen sollte.

Eine Herausforderung war und ist die Verwaltung dieses Hauses selbst. Die CSSF ist enorm gewachsen und hat viele neue Aufgaben bekommen. Die Regulierung ist viel komplizierter geworden. Das muss jetzt natürlich verarbeitet werden.

Haben Sie vor, sich in Zukunft komplett zur Ruhe zu setzen oder wollen Sie doch noch aktiv bleiben?

Erst mal bin ich froh, wenn ich nicht mehr jeden Tag Entscheidungen treffen muss, sondern einen Gang runterschalten kann. Dann werde ich mir die Zeit nehmen und mir vielleicht anschauen, was ich noch machen kann, was mit meinem früheren Beruf zu tun hat.
Konkrete Pläne kann ich Ihnen nicht nennen. Aber es könnte in Richtung Mediation oder Good Governance gehen. Vielleicht will ich auch dazu beitragen, dass die Regulierung wieder ein Stück weit durchsichtiger und kohärenter wird.

Lesen Sie das komplette Interview in unserer Donnerstagausgabe.