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Auf du und du mit Flüchtlingen

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Auch die Gemeinde Sanem hat Flüchtlinge aufgenommen. Ein „Meet & Greet“ mit den Bürgern soll das Eis brechen. Die Aktion war ein voller Erfolg.

Wer am Samstagabend die „Hall polyvalent“ in Sanem besuchte, dem bot sich ein, angesichts des europaweit oft sehr angespannten Verhältnisses zwischen Flüchtlingen und Einheimischen, sehr erfreuliches Bild. Zahlreiche Bürger und sämtliche bisher im Sanemer Schloss aufgenommenen Asylsuchenden kamen hier zusammen, um mehr über die, ihnen fremden Kulturen zu erfahren. Viel Lachen und gute Laune herrschte im Hauptsaal, der mit schätzungsweise über 150 Besuchern sehr voll war.

Motivierte Individuen unter den bisher 45 in Sanem untergebrachten Flüchtlingen, alles Männer, jungen bis fortgeschrittenen Alters, und größtenteils Iraker und Syrer, versuchten mittels einheimischer Gerichte, Theater, Film, Musik und Tanz den Besuchern einen Blick in ihre Welt zu gewähren.

Kulinarische Spezialitäten

Für den kulinarischen Austausch wurden irakische, syrische und luxemburgische Spezialitäten vorbereitet, die jeder umsonst kosten durfte.

Zwei Kurzfilme, in Zusammenarbeit von Gemeinde und Asylsuchenden entstanden, veranschaulichten, wie sich die Lebensqualität im Irak bzw. Syrien innerhalb der letzten Jahre verschlechtert hat. Irakischer Tanz und Theater ohne Dialog sowie syrische Schattenspiele rundeten das Programm ab.

Die Vereine machten mit

Organisiert und finanziert wurde der Abend von der Gemeinde Sanem, der „Gemeng Suessem Hëlleft asbl.“ und der sanemer Beratungskommission für Integration. Die Entente Sanemer Vereine lud zahlreiche Sport-, Kultur- und Musikvereine ein, sich bei dieser Gelegenheit den Flüchtlingen vorzustellen und beim Organisieren und der Aufstellung des Programms zu helfen.

So soll den Fremden ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten zugänglich gemacht werden. U.a. der „Sporting Club Bieles“, die „Amis de la Fleur“, der „Cercle Athlétique Bieles“ und die „Chorale“ der Gemeinde halfen mit. Bei der Zubereitung des Essens und der Erstellung der Filme erhielt die Gemeinde außerdem Hilfe von Flüchtlingen aus Bourscheid.

Zu Sanemern werden

Denis Bronzetti, Präsident der Integrationskommission, erklärte dem Tageblatt gegenüber: „Die Schutzsuchenden sollen dauerhaft in der Gemeinde unterkommen. Deshalb ist es wichtig, sie mit unseren Bürgern zusammenzubringen. Bei diesem Meet & Greet wollen wir dem Bürger beweisen, dass die Flüchtlinge genau wie wir, Menschen mit eigener Kultur sind, und wir voneinander lernen können. Die Filme helfen, die Ursachen für ihre Flucht zu verstehen und fördern so Empathie. Die Vereine laden die Flüchtlinge ein, Mitglied zu werden und erleichtern es ihnen, hier Fuß zu fassen. Einige sind bereits einem Club beigetreten.“

Wenn man sah, wie zum Schluss fast das ganze Publikum im Kreis auf morgenländische Musik und Gesang tanzte, Luxemburger Arm in Arm mit Syrern und Irakern, muss man sagen, dass das Treffen ein voller Erfolg war.

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