Eigentlich sollte am Dienstag über die Personal- und Investitionsentwicklung in den ArcelorMittal-Werken in Luxemburg diskutiert werden. Doch die Sitzung des «Comité de suivi des effectifs» endete für die Belegschaftsvertreter mit einer bösen Überraschung. Wie OGBL und LCGB am Dienstag mitteilten, haben die Unternehmensvertreter ihre Vorstellungen eines Post-Lux2016 vorgelegt, und damit alle Sitzungsteilnehmer schockiert.
Der Plan Lux2016, vor einigen Jahren zwischen Sozialpartnern ausgehandelt, regelt die Entwicklung der Personalbestände und die geplanten Investitionen in den Luxemburger Werken. Festgehalten darin sind ebenfalls die Jahrgänge der Mitarbeiter, die Anrecht auf die Vorruhestandsregelung haben, sowie die Organisation der sogenannte «Cellule de reclassement».
Große Ablehnung
Die CDR nimmt die Beschäftigte auf, die nicht mehr unmittelbar im Produktionsprozess benötigt werden. CDR-Leute können in andere Betriebsbereiche eingesetzt oder an Drittunternehmen ausgeliehen werden. Wer in die CDR muss, bezieht Kurzarbeit-Geld, das vom Staat bezahlt wird. Einem bis Ende dieses Jahres noch laufenden Krisengesetzes zufolge können Unternehmen in elf von zwölf Monaten Kurzarbeit fahren. Dadurch sollen Entlassungen vermieden werden.
All dies will das Unternehmen ändern, beklagen sich OGBL und LCGB. Ab 2017 bräuchte man keine Vorruhestandsregelung mehr. Überflüssig wäre auch die CDR. Neuinvestitionen sollen zurückgefahren werden.
Warum die Unternehmensführung die Abschaffung der CDR fordert, sei ihm schleierhaft, so Jean-Claude Bernardini vom OGBL. Dem Unternehmen koste diese Regelung nichts. Auch die Vorruhestandsregelung war für das Unternehmen eine «billige» Lösung, um Personal abzubauen, da auch hier der Staat den Großteil der Kosten übernimmt. Das Unternehmen befürchtet jedoch einen möglichen Arbeitskräftemangel, sollte die Mitarbeiter auf ihr Vorruhestandsrecht pochen.
Die Gewerkschaften lehnen diese Pläne ab, heißt es vom OGBL. Auf einen neuen Plan, Lux2020, dürfte man nicht so bald verständigen.
ArcelorMittal war bisher der Beschäftigtenzahl nach Luxemburgs größtes Unternehmen. Neuerdings ist die Post auf Platz eins gerückt. Der Stahlriese beschäftigt hier noch rund 4.000 Personen.
Zu Demaart
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