Zweimal im Jahr findet in Luxemburg auf dem Kirchberg ein Gipfeltreffen der Fondsindustrie statt. Zweimal im Jahr versammeln sich Fachleute von nah und fern, um gemeinsam Vorträgen zu lauschen, Visitenkarten auszutauschen und in den Gängen des Konferenzzentrums neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen. Zweimal im Jahr heißt es in Luxemburg ALFI-Konferenz.
Wo stehen wir bei Fatca?
„Fatca“ bezeichnet ein neues US-Steuergesetz, das 2013 in Kraft treten soll. Ziel der USA ist es, Menschen, die in den Staaten steuerpflichtig sind, weltweit zur Kasse zu bitten. Von Investmentfonds weltweit wird eine umfangreiche Berichterstattung verlangt. Für jeden Kunden sollen die Fonds nachweisen, ob er in den USA steuerpflichtig ist oder nicht. In dem umfangreichen Informationsaustausch sehen einige Länder ihre Datenschutzgesetze verletzt. Sie versuchen deshalb, mit den USA bilaterale Abkommen zu erreichen. Die Nationalen Behörden sammeln dann die verlangten Daten und treten sie an die USA ab.
KPMG Fatca-Experte George Bock sieht darin keinen Gewinn. Jedoch würden viele es eher vorziehen, mit den Behörden ihres Landes zu arbeiten als mit denen der USA. Bock wirft jedoch die Frage auf, wie nun global agierende Finanzinstitute verfahren sollen, wenn in einigen der Länder, in denen sie aktiv sind, bilaterale Abkommen existieren und in anderen nicht. „Selbst wenn es in all diesen Ländern bilaterale Abkommen gäbe, sind dann 25 verschiedene Verträge wirklich besser als nur einer?“, fragt er.
Luxemburg hat Kontakt mit den US-Behörden aufgenommen und untersucht,
ob ein EU/US-Abkommen möglich ist, bevor es den bilateralen Weg einschlagen will.Auch warte man ab, wie die ersten von anderen Ländern mit den USA geschlossenen bilateralen Verträge tatsächlich aussehen, so Bock.
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