Menschen in Brot und Arbeit zu bringen ist das Ziel der Personalberatung. «Panem» hat seinen Sitz in Mainz, Hauptstadt des Bundeslandes Rheinland Pfalz und vor den Toren Frankfurts gelegen. Das 20 Köpfe umfassende Unternehmen existiert seit 2002, hat seit 2012 seinen anspruchsvollen Namen. „Wir wollen mit einer anderen Philosophie auftreten“, sagt Vorstandsvorsitzender Hans-Christian Fröhlich im Gespräch mit Tageblatt.lu.
" class="infobox_img" />Uwe Krönert vertritt «Panem» in Luxemburg.
„Wir wollen den Unternehmen sicher den Geschäftsführer, das Vorstandsmitglied, den Fachmann zur Problemlösung vermitteln.» Aber Personalberatung muss heutzutage weiter gehen. „Wir müssen auf der einen Seite das Unternehmen als Ganzes sehen. Das heißt, es bei einer strategischen Personalplanung und Personalentwicklung unterstützen. Auf der anderen Seite gilt es, junge Leute in ihre Karriere zu bringen und in ihrer Karriere zu unterstützen.“ Das kann im Einzelfall bedeuten, dass ein Tochterunternehmen einen Fachmann zur Problemlösung sucht, aber gar nicht weiß, dass der Personalvorstand im Konzern genau diesen Fachmann zu seinen Mitarbeitern zählt. „Die Personalberatung, die ein Unternehmen als Ganzes betreut, kann die Tochtergesellschaft auf diese Problemlösung hinweisen“, erzählt Fröhlich. Fröhlich will sich mit seinem Unternehmen nicht mehr als der klassische „Headhunter“ sehen, der nur punktuell Problemlöser ist.
«Panem» hat sich seit Anfang des Jahres in Luxemburg mit einer Tochtergesellschaft niedergelassen. Uwe Krönert, Ex-WestLB, vertritt das Unternehmen in Luxemburg. Er wird sich stark auf den Finanzplatz konzentrieren. „Es wird eine Reihe von Banken geben, die sich restrukturieren werden“, sagt er und verweist auch auf andere Veränderungen: „Die Banque de Luxembourg hat gerade bekannt gegeben, welche Mitarbeiter der LB Lux sie übernehmen wird. Es gibt eine Reihe von Mitarbeitern in der LB Lux, die nicht übernommen werden und sich nun fragen, was mit ihnen werden soll.“
Krönert sieht einen weiteren Personalabbau im deutschen Bankenbereich in Luxemburg durchaus als möglich an.
Zwei unterschiedliche Welten
„Es ist dabei nicht immer möglich, Mitarbeitern aus Luxemburg den Weg nach Deutschland zurück zu ermöglichen“, sagt er. „Sie haben zum Teil zehn Jahre und länger in Luxemburg zugebracht, haben ihre Familie in Luxemburg und sich hierzulande eingewöhnt. Und: Jemand, der hier in Luxemburg möglicherweise 160.000 Euro verdient hat, darf nicht erwarten, dieses Gehalt in Deutschland zu finden. In Deutschland wird das Gehalt möglicherweise die Hälfte betragen. Zu einem Gehaltsverlust ist zunächst nicht jeder bereit. Solche Entwicklungen muss man verarbeiten, bevor man zum Landeswechsel nach Deutschland bereit ist. Außerdem ist es, wenn sich Mitarbeiter an uns wenden, natürlich auch unsere Aufgabe den Markt zu evaluieren und nach Möglichkeiten für diese Mitarbeiter in Luxemburg Ausschau zu halten.“
Dabei kann Deutschland durchaus auf Dauer wieder eine Chance sein für Mitarbeiter deutscher Finanzinstitute, die ihren Job in Luxemburg verloren haben. Die demografische Entwicklung in Deutschland verändert den Arbeitsmarkt. „Die Verknappung an Fachkräften ist ein Trend, der es Unternehmen in der Zukunft sehr schwer machen wird, die geeigneten Talente und Spezialisten zu rekrutieren und dauerhaft an sich zu binden“, heißt es in einer Selbstdarstellung des Unternehmens. Die Aufgabe des Personalberaters solche Mitarbeiter zu finden, führt häufig dann auch dazu, auf Fachleute zu stoßen, die zum Augenblick des Kontaktes noch gar nicht an einen Karriersprung in einer anderen Firma denken.
Karriere-Planung
Krönert ist in der Luxemburger Finanzwelt gut vernetzt. Er hat das «panem»-Büro nach dem Vorbild der Muttergesellschaft nicht in der Hauptstadt, sondern in Grevenmacher vor den Toren Luxemburgs eingerichtet. Seine Aufgabe besteht derzeit darin, Kontakte herzustellen, sprich Kunden zu suchen. „Es ist ja nicht so, dass die Unternehmen nur entlassen, obwohl die Arbeitslosigkeit in Luxemburg steigt“ sagt er. „Unternehmen in Luxemburg stellen durchaus ein“. Für panem gebe es daher durchaus einen Markt hierzulande.
Allerdings beobachten Krönert und Fröhlich auch ein verändertes Verhalten bei jungen Leuten, die ihr Unternehmen suchen und ihre Karriere planen. „Berufseinsteiger sind heutzutage wählerisch. Sie stellen ihre Ansprüche an ihren zukünftigen Arbeitgeber.“ Aber auch die Karriere-Aussichten in den Unternehmen haben sich verändert. Es kann durchaus sein, dass es für Männer heutzutage eine gläserne Wand gibt, weil Unternehmen einen Nachholbedarf bei Frauen haben, die dann in der Karriere an ihren Kollegen vorbeiziehen, gibt Fröhlich zu. „Andererseits gibt es nicht genügend Frauen, um die Frauenquoten in den Verwaltungsräten zu erfüllen“, sagt Krönert. Seiner Meinung nach wird das dazu führen, dass es Frauen mit vielen Aufsichtsratsmandaten geben wird. Damit ergebe sich genau die Situation, die derzeit bei den Männern kritisiert würde. Innerhalb der Firmen sei aber zu beobachten, dass Frauen eine Karriere-Quote ablehnten.
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