Der Europäische Rettungsfonds hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren an fünf Krisenländer in Europa Kredite in Höhe von 232 Milliarden Euro vergeben.
Vom Zeitpunkt der Bekanntgabe der Ergebnisse des Stresstests an soll er auch europäischen Banken zur Verfügung stehen, die danach ihr Kapital aufstocken müssen.
Der Stresstest war eine Voraussetzung dafür, dass die Europäische Zentralbank die Aufsicht über Banken in Europa übernimmt. Und diese Neuordnung der Bankenaufsicht in Europa ist Teil der europäischen Bankenunion, die damit ihren ersten konkreten Schritt am Sonntag vollzieht.
«Spiritus Rector»
Jacques de Larosière zum Auftakt öffentlicher Veranstaltungen nach Luxemburg einzuladen, gehört zur Symbolik dieses weiteren Schrittes der europäischen Integration. Er ist der «Spiritus Rector» dieser Entwicklung. De Larosière war Finanzminister Frankreichs. Er war der französische Notenbank-Gouverneur zur Zeit der Verhandlung des Maastricht-Vertrages. De Larosière war Direktor des Internationalen Währungsfonds – und damit einer der Vorgänger von Christine Lagarde – als in Südamerika die Währungskrise ausbrach.
In den vergangenen Jahren haben Banken in starkem Maße ihre Bilanzen verschlankt und zurückgefahren, hat der Bankenspezialist und Partner von KPMG, Walter Koob, im vergangenen Jahr bereits für die Luxemburger Banken festgestellt.
Jacques de Larosière blickte am Mittwochmittag im Kammermusiksaal der Philharmonie auf eine Bankenwelt, die nicht mehr die ist, an der er einst gearbeitet hat.
Zu Demaart
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