Die Pariser Behörden leiteten eine formelle Untersuchung gegen die Tochter des britischen HSBC -Konzerns ein, teilte die Bank am Freitag mit und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Le Monde».
Die Franzosen prüfen, ob die HSBC Private Bank (Suisse) SA von 2006 bis 2007 bei bestimmten Kunden Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hat. HSBC sei aufgefordert worden, eine Kaution von 50 Millionen Euro zu hinterlegen. «Wir werden mit den französischen Behörden weiterhin so weit wie möglich zusammenarbeiten», erklärte die Bank.
Untersuchung nach einem Diebstahl
Die Untersuchung folgt auf den Diebstahl von persönlichen Daten von HSBC Private Banking-Kunden in der Schweiz. Die Daten wurden 2010 an die Behörden in Frankreich und Belgien weitergereicht. Auch die belgische Justiz beschuldigt HSBC Private Bank, reichen Kunden mit Scheingesellschaften in Panama und auf den Virgin Islands bei Steuerbetrug geholfen zu haben, wie am Montag bekanntgeworden war. Viele der fraglichen Kunden seien im Diamantenhandel in Antwerpen tätig. Der Schaden für den belgischen Staat belaufe sich auf schätzungsweise mehrere hundert Millionen Euro.
Ähnliche Vorwürfe wie gegen HSBC Schweiz erhoben die belgischen Behörden diesen Sommer auch gegen die UBS. Der Chef von UBS Belgien wurde Mitte Juni zur Befragung vor einen Untersuchungsrichter zitiert. Der Manager wies alle Vorwürfe zurück. Die Bank erklärte damals, sie arbeite voll mit den Behörden zusammen.
Die schärfere Gangart der Behörden in Europa folgt auf die hohen Strafen, die Schweizer Banken in den USA wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehen tragen müssen. So musste die UBS 2009 insgesamt 780 Millionen Dollar zahlen, der Konkurrentin Credit Suisse brummten die USA gar eine Buße von mehr als 2,5 Milliarden Dollar auf. Zahlreiche weitere Schweizer Geldhäuser müssen ebenfalls mit hohen Geldzahlungen rechnen.
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