Dienstag27. Januar 2026

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Freigabe des Franken nicht überraschend

Freigabe des Franken nicht überraschend
(AFP)

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Für Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna kam die Freigabe des Schweizer Franken durch die Nationalbank nicht überraschend. Sie hängt mit den geplanten Anleihenkäufe der EZB zusammen.

Die Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB), die Deckelung des Franken aufzugeben hängt für Luxemburgs Finanzminister Pierre Gramegna zusammen mit kommenden Schritten der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese sehen eine Stärkung des schwächelnden Euro vor, so der Minister am Rande des «Asian Financial Forum» in Hong Kong am Montag.

Logo" class="infobox_img" />Finanzminister Pierre Gramegna in Hong Kong. (Bild: AFP)

Hollande überzeugt: EZB wird Schuldenrückkauf beschließen

Der französische Staatspräsident François Hollande zeigt sich überzeugt davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag den Rückkauf von Staatsschulden beschließen wird. Dies werde der europäischen Wirtschaft einen wichtigen Geldzufluss verschaffen und könne einen Wachstumsschub begünstigen, sagte Hollande am Montag in Paris beim Neujahrsempfang für die französischen Arbeitgeber. (dpa)

Jahrelang hatte die SNB den Franken mit einer Bindung an den Euro von einem zu starken Aufwerten abgehalten, um den sicheren Anlagehafen Schweiz vor der Überflutung durch die internationale Geldschwemme zu schützen. Am Donnerstag gaben die Währungshüter den Kurs völlig überraschend frei – und erwischten Spekulanten auf dem falschen Fuß.

Der Schritt der SNB fand im Vorfeld einer Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank statt. Beobachter rechnen damit, dass die EZB dem umstrittenen Anleihen-Kauf zustimmen wird, um den Preisverfall zu bekämpfen und den Wachstum in der Eurozone anzukurbeln.

Notsituation für die Schweiz

«Es ist kein Geheimnis, dass die EZB einen spürbaren Wirtschaftsaufschwung anschieben will», so Gramegna.

«Für die Schweizer war die Franken-Freigabe eine Notsituation. Sie wussten, dass wenn der spürbare Aufschwung käme, der Druck auf den Schweizer Franken steigen würde und sie ihm nicht stand halten würden», erklärt Gramegna.

Mit der Freigabe des Franken hat sich die Schweiz vor größeren Ausgaben ihrer ausländischen Reserven geschützt, fügt Luxemburgs Finanzminister hinzu.

Syriza beunruhigt nicht

Gramegna übernimmt ab Juli turnusgemäß die Präsidentschaft der Eurogruppe und der Treffen der Finanzminister. Er zeigt sich gelassen, was einen möglichen Sieg der Linksallianz Syriza bei der Wahl am 25. Januar und eine neue Wirtschaftskrise in Griechenland angeht.

«Europa ist heute viel besser vorbereitet, um Spannungen abzufedern, als noch vor drei Jahren», sagt der Luxemburger Finanzminister.

Aktuelle Umfragen sehen das Linksbündnis Syriza bei der Wahl am 25. Januar vorne. Die Finanzmärkte beobachten die Abstimmung genau. Es wird befürchtet, ein Sieg von Syriza könnte neue Spannungen zwischen Griechenland, der EU und dem Internationalen Währungsfonds nach sich ziehen könnte.