Die EZB verschärft den Strafzins für Banken. Der sogenannte Einlagensatz sei auf minus 0,3 Prozent von bislang minus 0,2 Prozent gesetzt worden, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mit. Für Geschäftsbanken wird es damit noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Den Leitzins für die Versorgung der Kreditinstitute mit Zentralbankgeld beließ die EZB hingegen bei 0,05 Prozent. Auf diesem Rekordtief liegt er bereits seit September 2014.
Die Notenbank kündigte zudem an, dass EZB-Präsident Mario Draghi weitere geldpolitische Schritte am Nachmittag in Frankfurt erläutern wird. Es wird erwartet, dass die umstrittenen Anleihenkäufe dann ausgeweitet werden.
Nicht nachhaltig
Die EZB will mit dem Programm das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation anheizen. Im November waren die Preise in der Euro-Zone nur um 0,1 Prozent gestiegen. Die EZB strebt aber als optimalen Wert für die Wirtschaftsentwicklung knapp zwei Prozent an.
«Aus ökonomischer Perspektive kann ich verstehen, warum die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockert», so David Folkerts-Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank. «Sie versucht gestiegenen externen Risiken auf Inflation und Wachstum durch eine Schwächung des Euro und eine Stärkung der Binnennachfrage entgegen zu wirken. Ich bin allerdings enttäuscht darüber, dass die Euro-Zone auch sieben Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise noch immer nicht in der Lage ist, auf eigenen Beinen zu stehen und dass Zentralbanken mit Garantien und extremen geldpolitischen Maßnahmen eingreifen müssen. Diese Geldpolitik kompensiert den mangelnden Fortschritt nationaler Regierungen bei der Umsetzung notwendiger Strukturreformen. Die Aussage Mario Draghis, dass die EZB tun werde, ‚was immer nötig sein wird‘, hat sicherlich auch zu dieser Situation beigetragen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dies nicht nachhaltig ist.»
Zu Demaart
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