Das haben die «Nati»-Spieler im Vorfeld des Tests oft genug betont. Ein Grund mehr zur Sorge, denn die Vorbereitung der «Roten Löwen» verlief alles andere als positiv.
«Das Trainingslager war so trüb wie das Wetter. Eine Vorbereitung mit vielen Problemen.» Nicht nur die vielen Verletzungen im Vorfeld bereiten Nationaltrainer Luc Holtz Sorgen, auch mental sieht er viele Spieler nicht auf der Höhe: «In letzter Zeit herrscht ein Konzentrationsmangel, ich hoffe, morgen (Dienstag, 15.11.) weiß jeder, um was es geht.»
Klare Worte
Zurückzuführen ist dieses Verhalten laut Holtz auf den Sieg gegen Albanien: «Der hat etwas Negatives hinterlassen. Einige glauben, sie könnten zehn bis 20 Prozent weniger leisten. Wir müssen uns wieder vermehrt auf den Ballgewinn konzentrieren und nicht auf das Spiel in Ballbesitz. Wer das nicht versteht, wird gegen die Schweiz eine Überraschung erleben.»
Klare Worte des Nationaltrainers, der sich der Stärken, aber auch der Schwächen des Gegners bewusst ist: «Der Gegner hat ein junges Team mit sehr viel Potenzial. Wir müssen sie zwingen, in die Breite zu spielen. Aus dem Spiel heraus haben sie nämlich Probleme, sich Chancen herauszuspielen.» Das war auch schon beim letzten Aufeinandertreffen gegen die Eidgenossen der Fall und prompt kassierten die «Roten Löwen» drei Tore nach Standardsituationen.
Keine Risiken
Auf taktischer Ebene wird Luc Holtz wohl keine großen Risiken oder Experimente eingehen. Kapitän René Peters kehrt nach seiner Verletzungspause wohl ins Team zurück. Als Leitwolf soll er Aggressivität und Organisation ins Spiel der Luxemburger bringen. Dadurch rückt Lars Gerson ins rechte Mittelfeld. Beim Abschlusstraining am Montag zeigte er sich jedenfalls konzentrierter als Tom Laterza.
Als einzige Sturmspitze im 4-5-1-System wird wohl Aurélien Joachim auflaufen. «Aurélien hält den Ball besser als Dan Da Mota, der gegen Bosnien Probleme hatte», erklärt Holtz. Auch Abwehrspieler Eric Hoffmann scheint wieder so weit zu sein, den Platz in der Innenverteidigung neben Guy Blaise einnehmen zu können. Gegen technisch gute Schweizer ist diese Lösung wahrscheinlicher als ein Einsatz des eher kopfballstarken, dafür aber unbeweglicheren Ante Bukvic.
Chance
Einige Veränderungen wird es bei den Schweizern im Vergleich zum 0:0 gegen die Niederlande geben. Im 4-2-3-1-System erhalten in der Abwehr Timm Klose (Nürnberg) und Steve von Bergen (Cesena) sowie im Mittelfeld Granit Xhaka und David Degen (beide Basel) die Chance, sich zu beweisen.
Derdiyok (Leverkusen) läuft als einzige Spitze auf. Eine Position, die man als Achillesferse der Schweizer ansehen kann. Seit dem Rücktritt von Alex Frei fehlt ihnen ein Vollstrecker. «Vielleicht müssen wir irgendjemanden klonen», kommentierte Hitzfeld mit einem lachenden und weinenden Auge dieses Problem. «Für meine junge Mannschaft ist das Spiel jedenfalls eine Prüfung. Sie können Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln. Auch sie müssen lernen, mit dem Druck umzugehen, ein Spiel machen zu müssen.»
Nach der 0:5-Niederlage in Bosnien-Herzegowina sind die Luxemburger gegen diese starke «Nati» auf Wiedergutmachung aus. «Ich habe den Spielern gesagt, dass sie sich ihr außerordentliches Jahr nicht durch ein schlechtes letztes Spiel versauen sollen», sagte Luc Holtz trotzig.
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