Der Beleser belegte unter den 16.000 Startern den 48. Platz, blieb aber in 2:27:36 weitvon seiner persönlichen
Bestzeit (+3’45) entfernt. Bis zur halben Distanz lief alles nach Plan (1:10:41) und bis km 35 konnte er immer noch auf eine Zeit unter 2:24 hoffen. Doch der plötzliche Einbruch kurz darauf verhinderte, genau wie vor zwölf Monaten in Berlin, ein positives Resultat.
„Bis Kilometer 35 hatte ich eigentlich keine Probleme, doch dann streikten plötzlich die Beine und mit Krämpfen in den Waden und Oberschenkeln ‚joggte‘ ich die letzten Kilometer ins Ziel. Ich bin enttäuscht und werde mit meinem Trainer die Ursachen dieses wiederholten Einbruchs gegen Rennende analysieren müssen. Dennoch kann und muss ich mit meinen vier Titeln (Cross/10 km/Semi/Marathon) in dieser Saison zufrieden sein“, so der neue Marathonmeister nach dem strapaziösen Lauf. Pascal Groben hatte sich in dieser Woche eine Gürtelrose eingefangen, und diese wirkte sich dann auch negativ auf sein Leistungsvermögen aus. Dennoch konnte er bis zum „Semi“ seine Marschtabelle einhalten (1:12:51) und er lag zu diesem Zeitpunkt nur 600 m hinter Nothum. Nach 25 km begann das große Leiden und nach 35 km stieg der Beleser enttäuscht und entkräftet aus dem Rennen aus.
Ehrenplatz
Der Kampf um Platz 2 verlief bis km 21 spannend, Frank Schweitzer (RBUAP) und Dany Papi (CAB) passierten zeitgleich in 1:17:03. Bei km 25 hatte sich der „Douanes“-Läufer dann aber abgesetzt (1:31:21/1:32:11); während Papi dem hohen Tempo Tribut zollen musste (er benötigte bei der Route du Vin 1:20:19), spulte Schweitzer wie ein Uhrwerk die zweite Rennhälfte herunter und sicherte sich ungefährdet den Ehrenplatz.
Für den RBUAP-Athleten ist es wohl schönste Erfolg seiner Laufbahn. Eric Dürrer und Steve Hendriks schenkten sich nichts (Semi 1:21:46/1:21:38), mit dem knappen Abstand von einer Minute freute sich Dürrer im Ziel nach 2:44:55 über den 4. Rang.
Bei den Frauen kam keine große Spannung auf. Sandra Huberty hatte ihre gefährlichste Widersacherin Tania Arensdorf nach 10 km um 2’15 distanziert, bei halber Distanz hatte die Celtic-Athletin ihren Vorsprung bereits auf 4’10 ausgebaut. Genau wie Arensdorf (beste Luxemburgerin beim ING-Marathon) lief auch Huberty ein regelmäßiges Rennen. Nur auf den letzten 10 km machten sich ihre Rückenprobleme (Bandscheiben) bemerkbar. Dennoch konnte sie ihre Bestzeit um 28″ auf exakt 3:07:00 verbessern. „Ich freue mich über meinen zweiten Titel nach 2010; ohne meine Rückenprobleme könnte ich sicherlich noch schneller laufen, ein Besuch beim Arzt ist wohl nicht mehr zu umgehen“, so die neue Titelträgerin aus Eschweiler. Optimal eingeteilt hatte sich Karin Schank; die CAS-Läuferin begann das Rennen vorsichtig und lag bei 21,1 km rund 40″ hinter Arensdorf. Bei km 30 betrug ihr Rückstand nur noch 19″. Fünf km später hatte sie die CAD-Athletin überholt und bis ins Ziel konnte sie ihren Vorsprung von 12″ bis auf 1’36 ausbauen und sich etwas überraschend nach 3:12:55 den 2. Platz erkämpfen.
Weimerskirch: Premiere geglückt
Bei seinem ersten Versuch über die Marathondistanz wartete Pierre Weimerskirch mit einer guten Leistung auf. Bei Temperaturen um null Grad und teils heftigem Wind erreichte der CAS-Athlet nach 2:39:54 das Ziel beim Straßburg-Marathon. Mit dieser Zeit belegte der „Debütant“ hinter dem Belgier Thomas Loquet (2:35:00) und dem Deutschen Stefan Grimm Platz drei. Bei den nationalen Meisterschaften in Frankfurt hätte diese Zeit für Weimerskirch hinter Nothum und Schweitzer ebenfalls für den dritten Platz gereicht.
Das deutsche Rennen gewonnen hat Weltrekordhalter Patrick Makau. Eine angestrebte neue Bestzeit hat der Kenianer aber klar verpasst. Trotz Beschwerden an Oberschenkel und Knie fing der 27-Jährige auf den letzten Kilometern noch den Äthiopier Deressa Chimsa ab und lief nach inoffiziell 2:06:12 Stunden durchs Ziel. Für eine Verbesserung seines 2011 in Berlin aufgestellten Weltrekordes von 2:03:38 Stunden waren seine Beschwerden aber zu groß und die Temperaturen zu kalt.
Insgesamt machte sich bei dem ältesten deutschen Städtemarathon die Rekordzahl von 16.034 Läufern auf die 42,195 Kilometer lange Strecke.
Bei den Frauen gewann die Äthiopierin Meselech Melkamu bei ihrem Marathon-Debüt in 2:21:01 Stunden mit Streckenrekord vor Georgina Rono aus Kenia (2:21:39) und ihrer Landsfrau Mamitu Daska (2:23:52).
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