Dabei wurde der 28-jährige Deutsche im Winter nicht von allen im Kreise des F91 mit Wohlwollen empfangen, da er anscheinend kein Wunschspieler von Düdelingens Coach Pascal Carzaniga war, sondern angeblich hinter dessen Rücken verpflichtet und mit einem 2,5-Jahres-Vertrag ausgestattet wurde.
„Er hatte nicht den besten Ruf, also habe ich mir Informationen über ihn eingeholt. U.a. beim FC Metz, der ihn im Probetraining hatte und (2011, d. Red.) verpflichten wollten und wo ich einige Bekannte habe“, klärte Carzaniga auf, wie er sich ein Bild über „seinen“ Neuen machte. Zudem hatte er noch einen Informanten innerhalb seines Teams: „Nicolas Fernandes spielte (2009/10, d. Red.) mit ihm zusammen in Trier und er war überrascht, dass so negativ über Gustav gesprochen wurde. Er hat mir auch von seinen Qualitäten berichtet“, sagte Carzaniga.
„Kein reiner Zehner“
Und Carzaniga konnte sich inzwischen selbst ein Bild des einzigen Deutschen inmitten eines größtenteils französischsprachigen 30-Mann-Kaders machen. „Ich war nicht auf der Suche nach einem Zehner und Gustav Schulz ist kein reiner Zehner. Er hat einen starken rechten Fuß, kann nach links ausweichen, nach rechts im Tausch mit Steimetz oder ganz vorne rein. Er ist taktisch sehr gut geschult, ist physisch sehr stark und hat für seine Größe eine sehr gute Technik.“
Doch wie macht es Carzaniga, der Franzose, Schulz, dem Germanen, seine (Spiel-)Ideen mitzuteilen? Der F91-Übungsleiter plaudert für das Tageblatt ein internes Geheimnis aus: „Gustav zeigt zwar immer an, dass er all meine Ansprachen verstanden hat, doch nach den Trainings beordere ich ihn meistens noch zu mir in mein Büro, wo unser ‚préparateur physique‘ ihm dann alles übersetzt.“ Dabei ist die Fußballersprache universell …
Zu Demaart
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