Donnerstag15. Januar 2026

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Diesmal eine reine Männersache

Diesmal eine reine Männersache
(Tageblatt-Archiv/Jeff Lahr)

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SCHWIMMEN - Die europäische Elite trifft sich von heute bis Sonntag in Berlin. FLNS ist mit fünf Schwimmern vertreten.

Eigentlich wurden die 32. Europameisterschaften schon am vergangenen Mittwoch (13. August) mit der Medaillenjagd im Freiwasserschwimmen, Kunstspringen und Synchronschwimmen in Angriff genommen. Das temporäre Schwimmbecken steht im Berliner Velodrom, und die Halle bietet Platz für 5.500 Zuschauer. Nach 2002 ist Berlin schon zum zweiten Mal Ausrichter dieses Events.

Luxemburg tritt bei der EM 2014, die alle zwei Jahre stattfindet, mit einem Quintett an. Wie in den beiden Jahren zuvor, besteht das Team nur aus Männern, allerdings ist es die größte Männermannschaft in der FLNS-Historie.

Julie Meynen und Monique Olivier hatten zwar die Norm gemeistert, die beiden SL-Damen vertreten das Großherzogtum allerdings bei den zeitgleich stattfindenden olympischen Jugendspielen in Nanjing. Mit Laurent Carnol, Raphaël Stacchiotti (beide SCDE), Jean-François Schneiders (CNW), Julien Henx (CNDü) und Pit Brandenburger setzt sich die Mannschaft von Ingolf Bender aus drei Routiniers und zwei Neulingen zusammen.
Ihre EM-Vorbereitung verlief unterschiedlich. Während sich Stacchiotti mit seinem französischen Verein CN Marseille im Trainingslager auf Mallorca für die EM gerüstet hat, nahmen die restlichen vier Athleten an einem Lehrgang mit dem Nationaltrainer in der Sierra Nevada (Spanien) teil.

Carnol, Henx, Schneiders und Brandenburger quälten sich vom 16. Juli bis 1. August auf 2.320 m über dem Meeresspiegel in der südspanischen Berglandschaft. Den letzten Feinschliff holten sich alle in der Coque. „Die letzten Tests in der Höhe und hier beim Training in der Coque verliefen vielversprechend“, meinte Nationaltrainer Ingolf Bender, „neben den Hauptstrecken der Jungs freue ich mich besonders auf die Staffeln.“

Der Vorteil des fünfköpfigen Männerteams ist nämlich der, dass Luxemburg seine EM-Premiere bei den Staffelwettbewerben feiern kann, und dies bei allen drei Angeboten. Stacchiotti, Henx, Schneiders und Brandenburger treten bei den Freistillstaffeln an, Carnol ersetzt Brandenburger beim Lagenschwimmen. Auch psychologisch gesehen sind die Staffelstarts ein Vorteil, denn sie fördern den Teamgeist. Den Aussagen der Teilnehmer war jedenfalls zu entnehmen, dass man sich auf diese Einsätze freut.

Die Zielsetzungen in Berlin sind unterschiedlich. Julien Henx und Pit Brandenburger stehen vor ihrer ersten großen internationalen Prüfung. Ein Umfeld, das mit keiner Junioren-EM zu vergleichen ist. Die Youngsters treten gegen die europäische Elite an und dürfen sich an ihren Vorbildern messen.

Henx und Brandenburger verfolgen dabei zwei Ziele: zum einen, sich an die internationale Wettkampfluft zu gewöhnen, zum anderen, so oft wie möglich eine Bestzeit hinzulegen. Sieht man von Schneiders Leistung auf einer für ihn ungewohnten Strecke (400 m Kraul) ab, so waren die beiden die einzigen des Quintetts, die in der Saison 2013/14 ihre Topchronos verbessern konnten, und zwar je dreimal. Diese Steigerung dürfen sie in Berlin gerne fortführen.

Für Laurent Carnol wird es nach Eindhoven (NL) 2008, Budapest (HUN) 2010 und Debrecen (HUN) 2012 die dritte EM-Teilnahme in Folge sein. In Budapest konnte der 25-Jährige dabei neue Maßstäbe setzen. Tom Stolz (2005 in Wien), Alwin De Prins (1999 Istanbul und 2004 Madrid) und Dana Gales (2008) waren bis dahin die einzigen EM-Teilnehmer, die mehr oder weniger mit einem B-Finale aufwarten konnten – bis Laurent Carnol 2010 über das Halbfinale hinaus ins Finale vorstieß und am Ende mit einem 5. Platz über 200 m Brust einen Meilenstein setzte. Auch über 100 m stand er im Halbfinale. In Debrecen reichte es 2012, wegen des Studiums in England, das keine 100-prozentige Vorbereitung zuließ, „nur“ zu zwei Halbfinalen.

In Berlin kann der SCDE-Schwimmer aber wieder auf seine volle Leistung setzen, und Carnol hat sich die Finalteilnahme als klares Ziel gesteckt (siehe „T“ vom Samstag). Keine leichte Aufgabe, da die Europäer in dieser Disziplin weltweit zu den Erfolgreichsten zählen.

Auch der zweite Ettelbrücker EM-Teilnehmer ist ein Kandidat für ein Finale. Für Raphaël Stacchiotti sind es erst die zweiten Europameisterschaften. In Debrecen stand der zweifache Junioreneuropameister (2009 und 2010) bereits über 200 m Lagen im Halbfinale.

In Berlin soll die nächste Sprosse der Erfolgsleiter gelingen. Aus diesem Grund wechselte der 22-Jährige auch zu Saisonbeginn nach Marseille, wo er professionellere Trainingsbedingungen vorfand. Die bisherigen Ergebnisse gaben allerdings nur wenig Hoffnung auf eine Steigerung. Auf der anderen Seite ist die Eingewöhnungszeit nach einem Wechsel eher schleppend. Am morgigen Dienstag wird Raphaël Stacchiotti auf seiner Paradestrecke Farbe bekennen müssen.

Fränz Schneiders schwimmt in Berlin jenseits von Gut und Böse. Für den Wiltzer werden es ebenfalls die vierten Europameisterschaften sein. Schneiders war immer die Zuverlässigkeit in Person und entsprach stets den Erwartungen. Zudem ist der 24-Jährige der ruhende Pol in der Mannschaft. Inzwischen ist der Rückenschwimmer allerdings ins Berufsleben eingetreten, was eine Reduzierung des Trainings mit sich brachte. Man darf demnach gespannt sein, was der Sierra-Nevada-Lehrgang noch herauskitzeln konnte.

Das EM-Programm

Montag, 18. August: Pit Brandenburger 400 m Freistil, Jean-François Schneiders 100 m Rücken, Laurent Carnol 100 m Brust, Julien Henx 50 m Delfin, Staffel 4×100 m Freistil

Dienstag, 19. August: Pit Brandenburger 200 m Freistil, Julien Henx 200 m Freistil, Raphaël Stacchiotti 200 m Lagen

Mittwoch, 20. August: Laurent Carnol 200 m Brust; Jean-François Schneiders 50 m Rücken

Donnerstag, 21. August: Julien Henx 100 m Freistil, Jean-François Schneiders 100 m Freistil, Pit Brandenburger 800 m Freistil

Freitag, 22. August: Jean-François Schneiders 200 m Rücken, Laurent Carnol 50 m Brust

Samstag, 23. August: Julien Henx 50 m Freistil, Staffel 4×200 m Freistil

Sonntag, 24. August: Raphaël Stacchiotti 400 m Lagen; Staffel 4×100 m Lagen