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Carole Calmes: «Eine große Ehre»

Carole Calmes: «Eine große Ehre»

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Als "eine große Ehre" bezeichnet Sportschützin Carole Calmes die Tatsache, bei Olympia dabei sein zu dürfen.

Der Grund ist recht einfach: Die LuftgewehrSpezialistin beendet nämlich eine 16-jährige olympische Durststrecke ihres Verbandes FLTAS, der letztmals 1996 in Atlanta durch Calmes’ Disziplin-Kollegin Iris Roseneck sowie Trap-Schütze Armand Dousemont vertreten war.

Dass dies nicht vier Jahre eher der Fall war, lag daran, dass der internationale Verband Luxemburg einen sogenannten ISSF-Einladungsplatz zugesprochen, Calmes die interne COSL-Norm aber nicht erfüllt hatte. Diesmal gab es keine Einladung, aber als eine Nation zurückzog, war der große Tag der Schützin des SSC Kayl gekommen. «Die Erleichterung war schon riesig, als diese Nachricht kam, schließlich hat man vier Jahre, und vor allem die letzten zwei Jahre sehr hart, darauf hingearbeitet», so Calmes, die sich unter guten Bedingungen auf ihre Premiere vorbereiten konnte.

Perfektion

Die 33-Jährige nahm vergangene Woche an einem internationalen Lehrgang auf dem olympischen Schießstand teil, dank ihrer Zugehörigkeit zu einer internationalen Trainingsgruppe: «Das war eine große Chance. Das Wohnen im olympischen Dorf war etwas komisch, es waren noch nicht viele da und vieles noch nicht richtig fertig. Aber so konnte man auch schon die Abläufe üben, mit Bus-Transfer etc. Bis jetzt verlief die Vorbereitung gut.»

Bis auf ein kleines, nicht unwesentliches Detail, wegen dem nicht nur Luxemburg schon protestierte: Der Schießstand in den Royal Artillery Barracks ist teilweise offen – und nach Bekanntgabe der Startnummern (Calmes Nr. 59 von 59) steht nun fest, dass Calmes genau dort steht, wo der 10-m-Stand offen ist. Das Risiko von Windeinfall besteht demnach, man hofft aber, dass dies behoben wird.

Ein konkretes Ziel hat sich Calmes nicht direkt gesetzt: «Ich werde mein Bestes geben und versuchen, die Resultate der letzten Weltcups zu bestätigen.» Wie schwer ihre Disziplin ist, zeigt ein Blick in die Startliste: Drei Schützinnen sind mit 400 Ringen gemeldet – das ist in der Qualifikation über 40 Schuss in 75 Minuten Perfektion.

Mehr kann man nicht schießen, und zehn weitere Sportlerinnen stehen mit 399 in der Liste. Calmes’ Landesrekord steht seit zwei Jahren bei 397.

Kein Druck

Unter Druck setzt sich Carolef Calmes nicht, «aber die Aufregung steigt dennoch von Tag zu Tag». U.a. wegen der Zuschauer: «Es ist ungewohnt bei uns, vor vielen Zuschauern zu schießen, wie es hier wohl der Fall sein wird. Mal sehen, wie ich damit umgehe.»

Am frühen Samstagmorgen ab 8.15 Uhr Ortszeit tritt Calmes in London auf der 10-m-Distanz vor die Scheiben. Das Finale findet gleich im Anschluss um 11.00 Uhr statt, die Luftgewehr-Schützinnen bekommen somit die allererste Goldmedaille dieser 30. Olympischen Sommerspiele.

Die für Carole Calmes in offizieller Funktion nach dem Samstag übrigens noch nicht vorbei sein muss: Aus ihrer internationalen Trainingsgruppe gibt es die Anfrage, dass die Luxemburgerin ihrem deutschen Trainer Heinz Reinkemeier im Luftgewehr-Wettbewerb der Männer beim Coaching zur Hand gehen darf.