Donnerstag15. Januar 2026

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Carnols 7. Platz als Höhepunkt

Carnols 7. Platz als Höhepunkt
(Reuters)

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SCHWIMMEN - Die 32. Europameisterschaften in Berlin sind Geschichte. Aus Luxemburger Sicht muss man mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diese EM zurückschauen.

Das FLNS-Männerquintett gab mit vier Landesrekorden, einem Finale und einem Halbfinale viel Anlass zur Freude, auf der anderen Seite trübten ein Darmvirus und ein hinterherschwimmender Raphaël Stacchiotti etwas diese Freude.

Stacchiotti soll denn auch in der Analyse vorneweg genommen werden. Der Schwimmer des CN Marseille war mit viel Selbstvertrauen in Berlin angereist, am Ende verließ er die deutsche Hauptstadt durchs kleine Pförtchen. Vom ehemaligen zweifachen Junioreneuropameister über 200 m Lagen hatte man sich bei dieser EM den Durchbruch sprich das Finale erhofft. Unter dem Strich blieb zweimal Platz 24, und damit lag er fernab sämtlicher Halbfinalträume. Der Schwimmer selbst steht vor einem Rätsel, warum er die Trainingseindrücke nicht in die Praxis umsetzen konnte, Stacchiotti weiß, dass er diese EM vergeigt hat. Der Ettelbrücker ist aber selbstbewusst genug, um zu wissen, dass es gilt, den Mund abzuwischen und es besser zu machen. Bei seinen Staffelauftritten ist ihm dies teilweise sogar gelungen.

Die Youngsters

Alles andere als enttäuschend war der Auftritt der beiden Youngsters. Julien Henx legte gleich mit einem Landesrekord im Delfinsprint los, verpasste anschließend als Startschwimmer der 4×100-m-Freistilstaffel die nationale Bestmarke von Stacchiotti knapp.

Zwei Tage später folgten wie bei Laurent Carnol die Magenprobleme und beim Düdelinger war die Luft raus. Immerhin gab der 19-Jährige in den Staffelrennen noch einmal alles. Pit Brandenburger kam vielleicht nicht ganz an das Potenzial der talentierten Henx und Stacchiotti heran. Der SL-Schwimmer ist aber nicht nur ein wichtiges Staffelmitglied, sondern bei seinen drei Einzelaufritten konnte er immer seine persönliche Bestzeiten unterbieten und wurde mit der Qualifikation für die WM 2015 in Russland belohnt, die er im Einzel über 200 m Kraul noch knapp verfehlt hatte. Sowohl Brandenburger als auch Henx erlebten eine gelungene EM-Premiere, es war mehr, als nur Erfahrung sammeln.
Jean-François Schneiders befand sich in der misslichsten Lage des Quintetts. Der Held der JPEE 2013 ist mittlerweile ins Berufsleben eingetreten und musste sein Trainingspensum deshalb reduzieren. Zudem plagten den Wiltzer im Vorfeld Rückenprobleme.

Nichtsdestotrotz konnte Schneiders in jeder der drei Rückendistanzen eine Jahresbestzeit schwimmen. In den drei Staffelrennen legte der 25-Jährige noch zu und war somit unentbehrlich.
Laurent Carnol konnte die Kastanien aus dem Feuer holen. Der Ettelbrücker hatte im Vorfeld ein Finale über 200 m Brust als Zielsetzung ausgegeben – ein Mann, ein Wort. Obschon der 25-Jährige schon im Halbfinale mit den ersten Anzeichen von Magenproblemen zu kämpfen hatte, stieß er ins 200-m-Brustfinale vor.
Leider blieb es am Ende in diesem Finale wegen des Unwohlseins bei einem 7. Platz. Für Laurent Carnol nach seinem 5. Platz 2010 ein weiteres Topergebnis. In Budapest hatte er Luxemburg aus den Niederungen an die europäische Spitze geführt, und auch in Berlin staunte die Fachwelt wieder. Mit dem Halbfinale über 100 m Brust ging auch das zweitbeste Ergebnis auf das Konto von Carnol.

Gelungene Premiere

Bei so viel Lob versteht es sich fast schon von selbst, dass sich diese Ergebnisse in den drei Staffelrennen widerspiegelten. Luxemburg feierte in Berlin seine Staffelpremiere, und dementsprechend legten sich die fünf Akteure in die Riemen.

Konnte man vor Jahresfrist bei den JPEE in Luxemburg schon sämtliche Rekorde pulverisieren, so wurden diese in Berlin erneut geknackt. Pit Brandenburger, Julien Henx, Fränz Schneiders und Raphaël Stacchiotti über 4×100 m und 4×200 m Freistil sowie Henx, Schneiders, Stacchiotti und Carnol über 4×100 m Lagen schlossen mit den Landesrekorden zwei bis vier ab. Insgesamt also wieder eine gute Woche für Luxemburg.