Die Blütezeit des Kinos in Esch begann in den 1920er Jahren. 1921 entdeckte der Notar Ad Gantenbein dieses lukrative Geschäftsfeld für sich und ließ am Brillplatz den Nouveautés-Palace errichten. 1923 übernahm er das Palast-Theater (das er 1928 verkaufte) gemeinsam mit seinen Partnern, den Luxemburger Rechtsanwälten Michel Gehrend und Hubert Loutsch, Letzterer ein ehemaliger Abgeordneter und Luxemburger Staatsminister (1915-1916) aus den Reihen der Rechtspartei sowie Präsident der Versicherungsgesellschaft La Luxembourgeoise. Ihrer „Société luxembourgeoise d’exploitation cinématographique“ gehörte auch das Kino Metropol, das 1921 gegenüber dem Kino von Hirdt und Strobel seine Türen öffnete. 1922 eröffnete der Wirt Jos Hoferlin seinerseits das UT – Union-Theater-Lichtspiel – in der rue d’Audun (heute boulevard J. F. Kennedy). Kurz vor seinem Tod im Jahre 1931 weihte Ad Gantenbein schließlich das Kino Moderne (rue Victor Hugo) ein.
Das Projekt von Georges Reckinger, u.a. Eigentümer des Ciné Capitole in Luxemburg-Stadt, ein neues Kino auf dem Brillplatz zu bauen, rief heftige Reaktionen bei den anderen Kinobetreibern in Esch hervor, allen voran bei der Familie Gantenbein, die über diesen neuen Konkurrenten nicht erfreut war. Sie forderten die Gemeinde auf, den Bau zu verhindern. Das Nouveautés-Palace lag nur einen Katzensprung von der geplanten neuen Anlage entfernt.
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