Unter FPÖ-Chef Heinz- Christian Strache haben deutschnationale Burschenschaften in Österreich eine bislang ungekannte Macht erlangt. Ein Gespräch mit dem Autor Hans-Henning Scharsach, der mit seinem letzten Buch die Verknüpfungen zwischen Korporierten und FPÖ offenlegte – und so nicht nur in der Alpenrepublik für Furore sorgte.
Tageblatt: Österreich hat sich in seiner Verfassung dazu verpflichtet, alle Spuren des Nationalsozialismus aus Gesellschaft und Politik zu tilgen und jede großdeutsche Propaganda zu verhindern. Sie sagen, dass die Burschenschaften sich seit Jahrzehnten beiden Verfassungsaufträgen verweigern.
Hans-Henning Scharsach
Der 75-jährige Hans-Henning Scharsach ist Österreicher, langjähriger Leiter des Außenressorts von Kurier und News, ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Der Menschenrechtsaktivist und Experte für Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Neonazismus lehrte als Dozent an der Europäischen Journalismus-Akademie und am pädagogischen Institut der Gemeinde Wien. Er moderierte 15 Jahre die Zeitzeugengespräche des Novemberpogroms im Wiener Volkstheater. Zu seinen Büchern zählen Bestseller wie «Haiders Kampf», «Haiders Clan», «Europas Populisten», «Die Ärzte der Nazis», «Strache – im braunen Sumpf» und nun eben «Stille Machtergreifung – Hofer, Strache und die Burschenschaften».
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