Donnerstag22. Januar 2026

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Zehntausende Passagiere betroffen

Zehntausende Passagiere betroffen
(dpa)

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Die Flugbegleiter legen mit ihrem bisher größten Streik am Freitag den Flugverkehr bei der Lufthansa in großen Teilen lahm. Zehntausende Passagiere sind betroffen.

Der erste flächendeckende Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa hat begonnen. Am Freitagmorgen fielen die ersten Flüge aus. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben mindestens die Hälfte der geplanten Verbindungen für diesen Freitag gestrichen. Im Laufe des Tages könne es immer noch zu kurzfristigen Streichungen kommen, sagte ein Sprecher.

Der Streikaufruf für den gesamten Freitag ging an rund 18 000 Beschäftigte der Kabine an den Lufthansa-Standorten Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.

Am Flughafen in Frankfurt blieb es am Morgen zunächst ruhig, wie ein Lufthansa-Sprecher sagte. Mit 55 000 SMS und E-Mails habe die Fluggesellschaft ihre Gäste schon früh über Flugausfälle informiert. Die Lufthansa habe am Streiktag zusätzliches Bodenpersonal im Einsatz, das die gestrandeten Passagiere umbuche, betreue und informiere. Das Restprogramm der Lufthansa besteht wesentlich aus Flügen nicht bestreikter Tochtergesellschaften wie Germanwings. Nur wenige Überseeziele sollen am Freitag von Frankfurt und München angeflogen werden.

Gespräche mit Lufthansa

Der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, sprach am Freitagmorgen von einer Annäherung zwischen Gewerkschaft und Lufthansa. «Wir erwarten uns jetzt tatsächlich auch, nachdem wir den ersten Kontakt ja auch hergestellt haben, dass die Lufthansa sich deutlich bewegt inhaltlich», sagte Baublies am frühen Freitagmorgen der Nachrichtenagentur dpa.

Am Donnerstag hatte die Ufo wieder Kontakt zum Lufthansa-Management aufgenommen. «Die Lufthansa hat quasi kapituliert, indem sie für den morgigen Tag fast alles gestrichen hat», sagte Baublies. Daher habe er den ersten Schritt gemacht. Die Lufthansa sei weiter zu Gesprächen bereit, sagte der Vorstandsvorsitzende Christoph Franz am Donnerstag im ZDF-«heute journal». Wann die Verhandlungspartner die Gespräche wieder aufnehmen, steht laut Baublies aber noch nicht fest.

Wegen des Streiks bei der Lufthansa hatten sich die Konkurrenten der Airline sowie die Bahn zum Ferienende in Süddeutschland auf einen großen Ansturm eingerichtet. Die Deutsche Bahn stellte sich auf mehrere tausend zusätzliche Fahrgäste ein. Das Unternehmen will alle zur Verfügung stehenden Züge auf die Schiene bringen. Normalerweise befördert Lufthansa an einem Freitag rund 170 000 Menschen.