Zum 50-jährigen Jubiläum der
«Sécurité routière» hat das
statistische Amt Statec sich mit der Entwicklung der Verkehrsunfälle beschäftigt.
So stellt das Statec fest, dass im Jahr 2010 in Luxemburg 32 Verkehrstote zu beklagen waren (die entweder am Unfallort verstarben oder in den 30 Tagen danach). Dies sei ein spektakuläres Resultat, wenn man Vergleiche mit vorigen Perioden mache.
So belief sich die Zahl der Verkehrstoten 1950 auf 51, 1960 starben 79 Menschen im Straßenverkehr, 1970 waren es deren 132, 1980 starben 98 Menschen durch Verkehrsunfälle, 1990 ließen 71 ihr Leben auf den Straßen und im Jahr 2.000 waren es 76. Damit erreicht Luxemburg das EU-Ziel, die Anzahl der Verkehrstoten zu halbieren.
Polizeiberichte bei Statistik mitberücksichtigt
Die letzte große Untersuchung des Statec über die Verkehrsunfälle geht auf das Jahr 1991 zurück. Mittlerweile erhält die Institution die Polizeiberichte von allen Unfällen mit Körperschaden und wertet sie systematisch aus.
Im vorliegenden Bericht, der von Armande Frising, Guillaume Osier und Liliane Reichmann unter der redaktionellen Verantwortung von Statec-Direktor Serge Allegrezza ausgearbeitet wurde (unter www.statec.lu einzusehen), wird die starke Heterogenität der Unfälle hervorgehoben und die unterschiedlichen Auslöser wie Fahrer, Wetter, Fahrzeugtypen, Unfallort, Unfallzeit werden systematisch untersucht.
Bei der Untersuchung der Periode 1950 bis 1990, während der es fast eine Verzehnfachung der Fahrzeuge gab (von weniger als 25.000 auf mehr als 225.000), wurde festgestellt, dass es während der Jahre 50 bis 75 fast zu einer Verdreifachung der Verkehrstoten kam, bei einer Versiebenfachung der Fahrzeuge, während ab 1970 die Zahl der Toten und besonders die der Schwerverletzten wieder abnahm.
Gurt, Helm, Airbag …
Diesen Rückgang führt das statistische Amt auf die Einführung von schärferen Tempolimits, aber auch auf die Gurtpflicht, die Helmpflicht für Motorradfahrer und den Fahrerairbag zurück.
Die Periode 1991 bis 2010 erlebte einen Rückgang der Unfälle mit Toten oder Verletzten; dies besonders während der Jahre 2008 bis 2010. Das Jahr 2004 bleibt mit 716 Unfällen mit Körperschaden allerdings das bislang beste in der jüngeren Geschichte des Landes (2010 wurden 787 gezählt).
Die meisten Unfälle passieren übrigens zwischen Fahrzeugen, die in Bewegung sind (46,5 Prozent), gefolgt von Zusammenstößen zwischen Fahrzeugen und Fußgängern (17 Prozent). Bei 13 Prozent der Unfälle kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug und einem inerten Hindernis. Hinzu kommen 7,6 Prozent von Unfällen gegen einen Baum.
Die Kategorie der Fahrer, die am gefährdetsten sind, sind die 25- bis 44-Jährigen (Zahlen 2010). Von den 753 Unfällen mit Körperschaden gehören 48,8 Prozent dieser Alterssparte an.
22,6 Prozent der 18- bis 24-Jährigen (weitaus weniger Jahrgänge) hatten allerdings einen Unfall, so dass die jungen Fahrer allgemein als anfälliger für Unfälle zu sehen sind.
Nur 5,4 Prozent der Fahrer in der Kategorie über 65 hatten einen Unfall mit Verletzungen.
Es gibt eine recht hohe Anzahl von Verkehrsteilnehmern, die nicht in Luxemburg leben. Waren 1991 noch 81,7 Prozent der Toten und Verletzten Einwohner des Großherzogtums, so sank dieser Anteil im Jahr 2010 auf 75,2 Prozent. Allerdings pendelten in dem Jahr etwa 150.000 täglich zwischen dem benachbarten Ausland und Luxemburg.
4,1 Prozent der Verunfallten im Vorjahr waren Belgier, 7 Prozent kamen aus Deutschland und 11,7 Prozent kamen aus Frankreich.
Motorradfahrer: Kaum Entwicklung
Anders als bei anderen Fahrzeugkategorien gibt es bei den Zweiradfahrern keine langfristige Entwicklung nach oben oder nach unten.
Das Statec erinnert aber an die „schwarzen Jahre“ 2003 und 2004 für Motorradfahrer, als 13 respektive elf Zweiradfahrer ihr Leben auf Luxemburger Straßen ließen.
Was die Fußgänger betrifft, so ist eine Tendenz zu weniger Unfällen mit Schwerverletzten festzustellen, während die Zahl der Leichtverletzten in etwa gleichbleibend ist.
Auch die Anzahl der Unfälle, in die Lastwagen oder Autobusse verwickelt sind, sind in den letzten Jahren rückläufig.
Die häufigste Ursache von Unfällen ist zu hohe Geschwindigkeit (27 Prozent), weit vor der Missachtung der Vorfahrtsregeln (7,4 Prozent).
Zu Demaart
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