Ein schwacher ist auch jetzt wieder nicht darunter.
Man glaubt es ja kaum bei einem Künstler, der schon mit 13 sein erstes Lied «The Girl For Me» komponierte und seitdem viele Dutzend mehr.
Echter Paul-Simon-Sound
Das vom Studio-Veteranen Roy Halee mitproduzierte «Stranger To Stranger» hat alles, was ein echtes Paul-Simon-Album ausmacht: Zeitlos schöne und dabei völlig kitschfreie Melodien, dezente Klangexperimente, diese jung gebliebene, freundliche Singstimme – und jene federleichten Worldmusic-Beats, auf die der Mann aus New York spätestens seit seinem Afropop-Welthit «Graceland» (1986) ein Patent hat. Mit «The Werewolf», «Proof Of Love», «Insomniac’s Lullaby» und dem Titelsong enthält auch die neue Platte wieder mindestens vier künftige Simon-Klassiker.
Bollernde Beats und harte Rap-Reime, also drastisch neue, ungewohnte Klänge müssen Simon-Fans jedoch nicht befürchten. Zwei der elf «Stranger»-Stücke sind Instrumentals, die Simon mit seiner Akustikgitarre, aber auch einigen exotischen Instrumenten wie afrikanischer Mbira, dem Chromelodeon und einer Uhr erzeugte.
Weltweit renommierte Musiker machen mit
Auch das zwölfte Studio-Soloalbum von Paul Simon in 45 Jahren – sein erstes seit «So Beautiful Or So What» (2011) – führt wieder einige der weltbesten Musiker aus Folk, Afrobeat, Jazz und Pop zusammen. Das reicht vom jungen Arrangeur und Komponisten Nico Muhly über die Jazz-Koryphäen Jack DeJohnette und Bobby McFerrin bis zum kamerunischen Gitarristen Vincent Nguini und einem italienischen Elektronik-Spezialisten namens Digi «Clap!Clap!» G’Alessio. Einer der Höhepunkte dieser durchweg virtuos eingespielten Platte: die fabelhafte Solo-Trompete von C.J. Camerieri im Titelstück.
Mag «Stranger To Stranger» Simons anhaltende Kreativität auch noch so sehr unter Beweis stellen – Interviewfragen nach einer weiteren Reunion mit seinem alten Partner und Widersacher Art Garfunkel werden wohl nie ganz ausbleiben. Der in Kürze (am 13. Oktober) sein 75. Lebensjahr vollendende Musiker sagt dazu deutlich Nein – es gab zuletzt wohl wieder mal Streit.
Zu Demaart
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