«Die Täter haben seit Mai immer wieder versucht, Brände zu legen», sagte der Parkdirektor Angel Fernández der spanischen Zeitung «El País» (Samstag). «Bisher hatte man die Brandherde rechtzeitig löschen können, aber nun haben die Täter ihr Ziel erreicht.»
Der Nationalpark im Herzen der Insel gilt wegen seiner Lorbeerwälder und einzigartigen Vegetation als ein ökologisches Juwel Spaniens und ist von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. Der vor zwei Wochen ausgebrochene Waldbrand zerstörte nach Angaben des Direktors etwa ein Fünftel der Gesamtfläche des Parks. «Allerdings sind die schönsten Stellen des Nationalparks und die am üppigsten bewachsenen Landschaften erhalten geblieben», sagte Fernández.
Löscharbeiten dauern an
Zum Motiv der Brandstifter gab es mehrere Spekulationen, darunter, dass die Drogenmafia mit den Bränden die Polizei ablenken wolle.
Die Löschmannschaften waren am Samstag bemüht, das Feuer einzugrenzen. Mit Hilfe von Schneisen sollte verhindert werden, dass der Brand sich weiter ausbreitete. Nach Angaben der Behörden loderten im Brandgebiet kaum noch offene Flammen. Allerdings war die Glut am Boden noch nicht unter Kontrolle. Ein Teil der Löschflugzeuge, die auf La Gomera im Einsatz waren, wurde abgezogen.
Brände auch in Italien, Kroatien und Griechenland
In Griechenland hatten die Einsatzkräfte mit zwei großen Bränden zu kämpfen. Der Schlimmste tobte auf der Ostägäis-Insel Chios. Zehn Löschflugzeuge, vier Löschhubschrauber und Hunderte Feuerwehrleute und Freiwillige gingen gegen die Flammen im Südwesten der Insel bei der Ortschaft Vessa vor, berichtete die Feuerwehr. Stürmische Winde erschwerten die Löscharbeiten. Drei Dörfer mussten vorübergehend evakuiert werden, berichteten Medien. Ein zweiter Brand brach nahe Korinth auf der Halbinsel Peloponnes aus. Die Waldbrandgefahr sei in ganz Griechenland extrem hoch, teile der Zivilschutz mit.
In Italien wüteten vor allem im Zentrum und im Süden des Landes weiter Brände. Die Einsatzkräfte bekämpften das Feuer größtenteils aus der Luft. So waren zuletzt mehr als 20 Löschflugzeuge und Helikopter im Einsatz, vornehmlich in Sizilien. Auch in der Region Latium, in der sich die Hauptstadt Rom befindet, brennt es immer wieder. In einem Park bei Mailand zerstörte ein Feuer eine Fläche von gut einem Hektar. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.
Wegen eines Brandes war in Kroatien die von Touristen stark befahrene Adriatische Küstenstraße nahe der Hafenstadt Trogir westlich von Split gesperrt. Das Feuer sei auf einer Mülldeponie ausgebrochen und habe sich schnell ausgebreitet, berichtete das staatliche Fernsehen HTV. Bei der serbischen Stadt Pirot an der Grenze zu Bulgarien brannten 100 Hektar Wald.
Zu Demaart
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