Im sunnitischen Kuweit hat ein Gericht zwei Männer wegen Spionage für den Iran zu Tode verurteilt. Sie gehören einer Gruppe von 26 schiitischen Männern an, denen wegen Spionage für den Iran und der libanesischen Hisbollah der Prozess gemacht wurde. Ein weiterer Angeklagter wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt. Die anderen bekamen Strafen zwischen fünf und fünfzehn Jahren Gefängnis.
Der Prozess fand vor dem Hintergrund des Streits zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien statt. Saudi-Arabien hatte vor über einer Woche einen prominenten schiitischen Geistlichen und 46 weitere Menschen hingerichtet. Eine aufgebrachte Menge stürmte danach aus Protest die saudische Botschaft in Teheran. Riad und andere arabische Staaten brachen danach ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran ab oder stuften sie herab.
Dem von Saudi-Arabien dominierten GCC gehören noch Kuwait, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Oman an. Die Golfstaaten haben sich einhellig hinter das sunnitische Saudi-Arabien gestellt. Die Außenminister des Golfkooperationsrates (GCC) verurteilten am letzten Samstag in Riad die «unverhüllte Einmischung» des Irans in saudische Angelegenheiten und die Übergriffe auf die saudische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran. GCC-Generalsekretär Abdul Latif bin Raschid al-Sajani kündigte zugleich an, die Golfstaaten würden mehrere Maßnahmen gegen die «iranischen Angriffe» ergreifen. Details nannte er nicht.
Zu Demaart
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