In Russland müssen sich drei Musikerinnen nach einem spektakulären Protestgebet gegen Präsident Wladimir Putin von Montag an vor Gericht verantworten. Die Mitglieder der Skandalband Pussy Riot sitzen seit etwa fünf Monaten in Untersuchungshaft. Menschenrechtler kritisieren den Prozess in Moskau als politisch gesteuert. Den Musikerinnen drohen sieben Jahre Haft. Die auf Video aufgezeichnete Protestaktion am 21. Februar gegen Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill hatte etwa eine Minute gedauert.
Die Verteidigung bezeichnet das Verfahren als absurd. Die Frauen sind angeklagt, mit dem Auftritt in der Erlöserkathedrale in Moskau die Gefühle von Gläubigen verletzt zu haben. Auch Putin hatte die Aktion nach seiner Wiederwahl im März scharf kritisiert. Pussy Riot beruft sich dagegen auf das Recht zur freien Meinungsäußerung. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnet die Frauen als politische Gefangene.
Zu Demaart
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