Das afghanische Staatsoberhaupt müsse dafür sorgen, dass die von Frankreich ausgebildeten Offiziere und Unteroffiziere an der Seite ihrer Unterstützer stünden, sagte Verteidigungsminister Gérard Longuet am Freitag dem Fernsehsender BFMTV.
Longuet äußerte sich kurz vor einem Treffen Karsais mit Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris. Die beiden Staatschef wollten dabei auch ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen unterzeichnen.
Besondere Brisanz hat das Treffen durch den Anschlag auf die französischen Soldaten erhalten, die Freitag vergangener Woche beim Joggen in der Freizeit beschossen worden waren. Dabei wurden vier Franzosen getötet. Sarkozy hatte spontan alle Ausbildungsaktivitäten französischer Soldaten bis zum Abschluss einer neuen Analyse der Sicherheitslage stoppen lassen.
«Barbarei»
In einer ersten Reaktion drohte er sogar mit einem beschleunigten französischen Truppenabzug aus dem Krisenland. Bei jüngsten Kommentaren zum Thema versprach er allerdings eine Fortsetzung des Afghanistan-Engagements. «Wir werden uns von dieser Barbarei nicht einschüchtern lassen», sagte er bei der Trauerfeier für die vier bei dem Anschlag getöten Soldaten.
Frankreich hat als einer der größten Isaf-Truppensteller derzeit rund 3.600 Soldaten in Afghanistan stationiert. Der Einsatz kostete bereits 82 französische Soldaten das Leben. Der Truppenabzug begann Ende vergangenen Jahres und soll 2014 abgeschlossen sein. 400 Soldaten haben das Land bereits dauerhaft verlassen. 600 weitere sollen 2012 folgen.
Zu Demaart
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